FPÖ schießt wegen Lenin-Like scharf gegen Zvonik. Junge FPÖ fordert nach einem „Like“ für Lenin-Geburtstag den Ausschluss von Melanie Zvonik aus der SPÖ.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. April 2019 (05:34)
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Melanie Zvonik (rechts) likte das Posting der SJ Wiener Neustadt über den 149. Geburtstag von Vladimir Lenin (links). Für die Junge FPÖ ist die „linksextreme“ Scheibbserin damit „rücktrittsreif“.
Zvonik

Der EU-Wahlkampf hat den Bezirk erreicht. Melanie Zvonik, 24-jährige Scheibbserin, Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend NÖ und Nummer zwei auf der SPÖ-Kandidatenliste in NÖ für die EU-Wahl, geriet in der Vorwoche ins Visier der Jungen FPÖ. Ein „Like“ von Melanie Zvonik auf einer Social Media-Plattform für einen Beitrag der SJ Wiener Neustadt über den 149. Geburtstag von Vladimir Lenin, ist der Stein des Anstoßes.

„Die SPÖ weiß offenbar nicht, welche linksextremen Strömungen in ihren Vorfeldorganisationen herrschen. Melanie Zvonik unterstützt ganz offen die Huldigung von Massenmörder Lenin“, kritisiert Richard Punz, Pressesprecher der Freiheitlichen Jugend Niederösterreich, und fordert personelle Konsequenzen und den Ausschluss von Zvonik aus der Partei.

FPÖ

„Unter Lenin standen politische Verfolgung, Erschießungen, Folter, Einweisungen in Straflager und Massenexekutionen an der Tagesordnung. Wer öffentlich den Geburtstag von Lenin feiert, hat in der Politik nichts verloren. So eine Geisteshaltung hat in Niederösterreich keinen Platz und ist einer Kandidatin für das EU-Parlament unwürdig“, meint Punz.
„Die FPÖ vermischt gerne Äpfel und Birnen, wobei das in der FPÖ anscheinend üblich ist. Sie sollten anfangen, vor der eigenen Türe zu kehren“, lässt Melanik Zvonik die FPÖ-Kritik kalt.

Zvonik: „FPÖ soll vor eigenen Tür kehren“

Es vergehe kaum eine Woche ohne FPÖ-„Einzelfall“, spielt auf das „Rattengedicht“ des mittlerweile zurückgetretenen Braunauer FPÖ-Vizebürgermeisters Christian Schilcher an und zählt weitere Beispiele auf: „FPÖ-Parteichef HC Strache teilt eine Holocaust-Leugner-Seite auf Facebook, die Identitäre Bewegung wird von der FPÖ herzlich willkommen geheißen und Innenminister Kickl spricht davon, Menschen zu konzentrieren. Die Liste ist endlos lange. Konsequenzen gibt es kaum.“ Die FPÖ brauche sich erst gar nicht mal zu bemühen, sich von Rechtsextremen zu distanzieren. „Sie sind die Rechtsextremen. Da helfen auch keine billigen Ablenkungsmanöver“, schießt Zvonik scharf zurück.

Als völlig überzogene Reaktion bezeichnete auch SPÖ-Bezirksvorsitzende Renate Gruber diese Rücktrittsforderung der FPÖ. „Da will man von eigenen Verfehlungen ablenken. Aber es zeigt, wie behutsam man generell mit den sozialen Medien umgehen sollte. Denn dass Lenin viele Dinge gemacht hat, mit denen man keinenfalls einverstanden sein kann, ist leider auch traurige Geschichte.“