Neuer Kommandant: „Sehe mich mehr als Teamleiter“. Der 44-jährige Oberndorfer Günther Feichtegger ist seit Samstag neuer Kommandant der Polizeiinspektion Wieselburg.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. September 2018 (04:00)
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Kontrollinspektor Günther Feichtegger trat am vergangenen Samstag seinen Dienst als Kommandant der Polizeiinspektion Wieselburg an.
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41 Jahre war Josef Ramsauer im Polizeidienst. Seit Samstag ist der 60-jährige Steinakirchner in Pension. „Auf eigenen Wunsch. Es war eine sehr schöne und interessante Zeit, aber diese 41 Jahre waren kein Honiglecken. Jetzt bin ich in einem Alter, in dem die jüngere Generation zum Zug kommen soll“, sagt Ramsauer, der seit 1. September 2010 Kommandant der Polizeiinspektion Wieselburg war.

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Nach 41 Jahren im Dienst ging Kontrollinspektor Josef Ramsauer mit1. September in Pension.
NÖN/Archiv

1977 startete Ramsauer seine Laufbahn bei der Wiener Polizei. 1987 kam er zur damaligen Gendarmerie nach Niederösterreich, wo ihn der Weg über Gaaden, Breitenfurt, Ybbsitz, Scheibbs, Steinakirchen und schließlich 2002 nach Wieselburg führte. Nun freut er sich auf seinen neuen Lebensabschnitt. „Ich bekomme sicher keinen Pensionsschock, sondern freue mich, jetzt Zeit fürs Fischen, Jagen und Radfahren zu haben“, sagt Ramsauer und wünscht seinem Nachfolger alles Gute.

Dieser kommt aus den eigenen Reihen der Polizeiinspektion Wieselburg. Günther Feichtegger, seit zwei Jahren bereits stellvertretender Kommandant in Wieselburg, hat sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt. „Kommandant zu werden, war mein Ziel“, gibt der 44-jährige Oberndorfer Familienvater offen zu. Dabei will er die Kommandorolle aber ähnlich wie sein Vorgänger anlegen. „Ich sehe mich nicht so sehr als Vorgesetzter, sondern als Teamleiter“, sagt Feichtegger.

PI Wieselburg betreut über 11.000 Einwohner

Ein Team, das, wenn es nach Feichtegger geht, gerne etwas größer sein dürfte. „Wir sind aktuell zehn Beamte, sind aber vom Arbeitsanfall die am stärksten belastete Dienststelle im Bezirk. Bei den Großveranstaltungen rund um die Messe benötigen wir ohnehin die Unterstützung der Kollegen aus dem Bezirk, aber die von uns zu betreudende Region und unser breit gefächertes Aufgabengebiet würde durchaus zwei bis drei Beamte mehr vertragen“, ist Feichtegger überzeugt.

Die Dienststelle Wieselburg betreut die Gemeinden Wieselburg, Wieselburg-Land, Wolfpassing und Steinakirchen – insgesamt also 95 Quadratkilometer und über 11.000 Einwohner. Alleine heuer gab es bereits 186 Gerichtsdelikte und 35 Verkehrsunfälle mit Personenschaden in dem Gebiet. In den letzten beiden Jahren lagen die Gerichtsdelikte bei 324 und 370 Fällen (2017/2016) beziehungsweise gab es in den beiden Jahren 45 sowie 44 Verkehrsunfälle mit Personenschaden.

Seit 26 Jahren Mitglied der Musikkapelle

Daneben ist die Dienststelle Wieselburg auch Ausbildungsstelle. Mehrmals im Jahr kommen Schüler für eine dreimonatige Praxisausbildung, die natürlich zusätzlicher Betreuung bedürfen. „Vor allem in Urlaubszeiten ist die Dienstplanerstellung eine besondere Herausforderung“, weiß Neo-Kommandant Feichtegger.

Der Oberndorfer, der seit 26 Jahren im Musikverein Oberndorf spielt (Waldhorn) und begeisterter Skifahrer, Mountainbiker und Läufer ist, begann 1993 beim damaligen Gendarmerieposten in Fischamend. Über Tullnerbach, Pressbaum und zwei Jahre beim Bundeskriminalamt kam er am 1. Juni 2004 auf den Posten Wieselburg. Feichtegger ist auch Mitglied der Einsatzeinheit sowie der Verhandlungsgruppe.

Nach dem Abgang von Josef Ramsauer fehlt aktuell ein Beamter auf der PI Wieselburg. Das sollte sich aber spätestens mit der Ausschreibung und der Besetzung des Stellvertreterpostens in den nächsten ein bis zwei Monaten erledigt haben.