Gerhard Traxler: "Es war die richtige Berufswahl". Bezirkspolizeikommandant Gerhard Traxler ist seit Montag in Pension. Sein Stellvertreter geht mit Ende Juli. Amstetten betreut Scheibbs mit.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:28)
Christ, Perschl
Bezirkspolizeikommandant Gerhard Traxler ist seit 1. Juli in Pension. Sein Stellvertreter Leopold Pitzl aus Oberndorf folgt ihm mit 1. August.

„Als ich im März 1978 in Wien in der Gendarmerieschule angefangen habe, war es nicht unbedingt mein Traumberuf, für den ich mich entschieden habe. Aber aus dieser Zweckbeziehung wurde über die Jahre eine echte Liebesbeziehung. Ich habe es nicht bereut, Polizist geworden zu sein“, sagt Oberstleutnant Gerhard Traxler im Telefongespräch mit der NÖN drei Tage vor seiner offiziellen Pensionierung mit 1. Juli. Schon in sehr entspannter Stimmung. Denn Traxler genoss seine letzten offiziellen Urlaubstage auf einer Berghütte in Sensengebirge.

Nach fast 42 Jahren im Polizeidienst ist für den 62-jährigen Säusensteiner nun die Zeit gekommen, Abschied von seinem Beruf zu nehmen. „Es gab natürlich wie in jedem Beruf Sonnen- und Schattenseiten, aber in Wahrheit erwartet einem im Polizeidienst ein irrsinnig facettenreiches Aufgabengebiet und Betätigungsfeld. Zudem kann man sich auch auf seine Vorlieben spezialisieren. Daher kann ich mit Fug und Recht im Nachhinein für mich behaupten: Es war die richtige Berufswahl“, sagt Traxler.

„Die Geschichte in Annaberg löste die schwersten Stunden und Tage in meinem Polizeileben aus. Ich habe damals zwei gute Bekannte verloren.“ Gerhard Traxler

Seine Laufbahn bei der Polizei, damals noch Gendarmerie, hat Traxler in Wien begonnen. Nach der Schule war er einige Jahre im Landesgendarmeriekommando in Wien tätig, ehe er 1984 auf den Posten nach Pöchlarn gekommen ist. 1991 absolvierte er dann die Sicherheitsakademie und kam danach als stellvertretender Bezirkskommandant nach Amstetten zu Horst Schmutzer.

Im März 2001 wechselte er vom drittgrößten Polizeibezirk Niederösterreichs in Amstetten zu einem mit 60 Planstellen kleinsten Polizeibezirks NÖs nach Scheibbs und trat hier die Nachfolge von Bezirkspolizeikommandant Franz Zwettler an. „Das war für mich zu Beginn schon eine gewaltig Umstellung. Aber dank der guten und engagierten Kollegenschaft, bei der all die Jahre hindurch die Zusammenarbeit und das Miteinander an oberster Stelle stand, fiel mir der Umstieg leicht“, schildert Traxler.

Als dunkelster Tag in all seinen Dienstjahren wird Gerhard Traxler für immer der 17. September 2013 in Erinnerung bleiben. Damals erschoss der Wilderer Alois Huber in Annaberg zwei Scheibbser Polizeikollegen. „Ich habe beide Kollegen sehr gut gekannt, einer war ein echter Freund von mir. Und gleichzeitig mussten wir unsere Arbeit professionell erledigen. Das waren harte Stunden und Tage, die man nie vergisst und die man nie wieder erleben will“, erinnert sich Traxler.

Jetzt in der Pension will Traxler noch sehr viel erleben. „Die nächste Nepal-Reise ist schon in Planung. Ansonsten werde ich mit meiner Frau Ulrike oder meinen Freunden die Natur und die Bergwelt genießen, auch die eine oder andere Motortour ist bereits in Planung. Und bei unserem Haus gibt es nach 25 Jahre auch immer was zu tun. Also fad wird mir sicher nicht“, lächelt Traxler.

Nur einen Montag nach Traxler geht auch der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Leopold Pitzl in Pension. Er wird im Juli 60. Der Oberndorfer und langjährige FF-Kommandant der FF Hub Lehen ist ebenfalls bereits seit über 40 Jahren im Polizeidienst. Von 1995 bis 2015 war er Dienststellenleiter in St. Leonhard/Forst und Ybbs. Mit 1. März 2015 wechselte er als Stellvertreter von Traxler ins Bezirkspolizeikommando nach Scheibbs.

Nachfolge noch offen, Ausschreibung läuft

Offizielle Nachfolger für Traxler und Pitzl gibt es aktuell noch nicht. Für den Stellvertreter gibt es zwar mit dem Kommandanten der Polizeiinspektion Gresten Johannes Buchebner schon eine Zuteilung, aber noch keine offizielle Bestellung. „Das hat sich durch die Absetzung der Regierung alles etwas verzögert“, weiß Chefinspektor Johann Baumschlager, Pressesprecher des Landespolizeikommandos Niederösterreich.

Für den Posten des Bezirkspolizeikommandanten läuft indes überhaupt erst die Interessentensuche und Ausschreibung an. Beim letzten Wechsel 2000/2001 war der Posten sieben Monate lang unbesetzt. Daher wird ab 1. Juli das Scheibbser Bezirkspolizeikommando vorerst vom Amstettner Bezirkspolizeikommando mitbetreut. Denn auch der Scheibbser Sachbearbeiter Bernhard Kogler ist aufgrund seiner laufenden Ausbildung zum Bergführer derzeit nur bedingt in Scheibbs anzutreffen.