"Pipi-Pause" löste Suchaktion in Kienberg aus. 20-jährige alkoholisierte Wienerin sorgte am Montagabend für einen Polizeieinsatz in Kienberg. Bei Außentemperaturen von unter null Grad hatte sie nach einer "Pipi-Pause" nicht mehr zum Auto zurückgefunden. Noch dazu hatte sie via Notruf nach einem Streit mit ihrem Freund Suizidabsichten geäußert. Nach über zwei Stunden fand die Polizei die Frau bei einem Strauch liegend. Sie war zwar stark unterkühlt, aber ansonsten weitgehend unverletzt.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. Februar 2021 (18:00)
Symbolbild
TheaDesign/Shutterstock.com

Es war ein ungewöhnlicher Einsatz, den Bezirkskommandant Thomas Heinreichsberger, am Montagabend leitete. "Wir erhielten über die Landesleitzentrale den Alarm, das eine hysterische Person in Kienberg beim Bahnhof aus einem Fahrzeug gestiegen und weggelaufen ist. Die Frau hatte den Notruf angerufen und Suzizidabsichten geäußert", schildert Heinreichsberger.

Die Streifen Lunz und Gaming fuhren sofort zum Kienberger Bahnhof, wo die Beamten ein Auto mit Wiener Kennzeichen und zwei Insassen vorfanden. Die Frau und der Mann, beide aus Wien, hatten in Gaming einen Bekannten besucht und waren eigentlich auf der Heimreise. Die abgängige 20-jährige Freundin, die einigen Alkohol konsumiert haben dürfte und laut Aussagen ihrer Begleiter alkoholisiert war, hätte bei der Heimfahrt gesagt, dass sie auf die Toilette müsse. Die Fahrerin hielt daraufhin beim Bahnhof Kienberg an.

Danach wäre die 20-jährige rumänische Staatsbürgerin ausgestiegen und davongerannt. Sie wären ihr zwar noch nachgelaufen, hätten sie aber im Dunkeln aus den Augen verloren, schilderten die beiden Fahrzeuginsassen der Polizei. Zuvor hatte die abgängige 20-jährige Wienerin mit ihrem Freund am Telefon heftig gestritten.

Hundestreifen angefordert, Einsatz war aber dann nicht mehr erforderlich

Thomas Heinreichsberger leitete sofort eine örtliche Fahndung ein. Weitere Streifen aus Wieselburg und Scheibbs wurden hinzugezogen, auch mehrere Diensthundestreifen und  der Polizeihubschrauber samt Wärmebildkamera wurden angefordert. Der Hubschrauber konnte aber aufgrund der Witterung nicht starten. Eine Handypeilung blieb ebenfalls erfolglos. Auch der Einsatz der Hundestreifen war dann letztendlich nicht mehr erforderlich.

Ein zweiter Anruf in Notrufzentrale

Denn rund eineinhalb Stunden nach dem ersten Notruf meldete sich die 20-Jährige erneut beim Notruf 133. Sie hätte sich verirrt und ihr sei schon sehr kalt, so ihre knappe Auskunft.

Kurz vor Mitternacht konnte die Vermisste dann doch in der Nähe des "Herrenhaus" in Kienberg gefunden werden. Sie lag bei einem Strauch bewegungsunfähig im Schnee und hatte auch die wenigen Meter zum Haus nicht mehr geschafft. "Die Frau war komplett desorientiert und bei Temperaturen unter Null natürlich stark unterkühlt. Das Glück war, dass sie in der Dunkelheit nicht in den nahen Fluss gefallen ist", schildert Heinreichsberger.

Das Rote Kreuz versorgte die stark unterkühlte und leicht verletzte (Abschürfungen am Knie) Frau und brachte sie ins Krankenhaus.

Alle drei Fahrzeuginsassen wurden wegen einer möglichen Übertretung der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen angezeigt.