Kommandant geht in Pension: „Berufswahl nie bereut“. Mit 1. Juni geht Josef Schneckenleitner, Kommandant der Polizeiinspektion Lunz, in Pension.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. Juni 2018 (05:00)
Christian Eplinger
Nach 36 Jahren im Exekutivdienst räumt Josef Schneckenleitner in dieser Woche seinen Schreibtisch in der Lunzer Polizeiinspektion. Seit 2005 war er am Posten in Lunz tätig, seit 2011 als Kommandant-Stellvertreter und seit 2014 als Kommandant. Mit 1. Juni geht der 62-Jährige in Pension.

Am vergangenen Samstag und Sonntag hatte Josef Schneckenleitner seine letzten Einsätze – unter anderem beim Waidhofner Frühlings-Radmarathon am Sonntag, der die Teilnehmer auch nach Göstling und Lunz am See führte. Am Montag gab er in St. Pölten Dienstwaffe und Uniform ab und mit Donnerstag, 1. Juni, beginnt der 62-Jährige endgültig seinen neuen Lebensabschnitt: die Pension.

36 Jahre lang war der gebürtige Göstlinger, mittlerweile aber seit vielen Jahren in Lunz wohnhafte Josef Schneckenleitner im Exekutivdienst tätig. 36 Jahre, die er nicht missen möchte. „Ich habe meine Berufswahl niemals bereut. Es gab wirklich nur ganz wenige Tage, wo ich nicht gerne die Gendarmerie- oder Polizeiuniform angezogen habe“, sagt Schneckenleitner im NÖN-Gespräch.

Vom Skitrainer zum Gendarm und Polizisten

Dabei war er ursprünglich als Skitrainer in der Skihandelsschule Waidhofen/Ybbs tätig. „Das war halt nur eine Beschäftigung im Winter. Ein Bekannter aus der Steiermark hat mich dann auf den Gendarmeriedienst gebracht und mich annimiert, die Bundesgendarmerieschule zu besuchen“, erzählt Schneckenleitner.

Dienststellen hat der 62-Jährige in seiner Laufbahn einige gesehen. Sein Weg führte ihn von der Steiermark über Krems, Waidhofen/Ybbs, St. Aegyd und Scheibbs nach Lunz – eine Dienststelle mit acht Beamten. Ab Donnerstag werden es vorübergehend nur sieben sein. Denn der Kommandanten-Posten war zwar bereits Mitte Jänner ausgeschrieben und es gibt auch zwei Bewerber, darunter den aktuellen Stellvertreter Johannes Höllmüller, aber noch keine Entscheidung vom Ministerium. Und damit auch vorübergehend keine Nachbesetzung der freien Planstelle.

Vom Arbeitsaufkommen ist der (Ausflugs-)Tourismus sowohl im Winter als auch im Sommer eine der größeren Herausforderungen für die Lunzer Polizeibeamten. „Wir sind hier in einer Region, wo Einbruchserien eher die Ausnahmen sind. Dafür haben wir im Winter und Sommer die Alpineinsätze, wobei allerdings bei uns die Skidiebstähle in den letzten Jahren praktisch gegen Null gesunken sind“, weiß der Alpinist, der bis zuletzt auch als Skilehrer für die Polizeischule Ybbs tätig war.

Der Jakobsweg als Grenzerlebnis

Die Natur wird auch Schneckenleitners weiteres Leben prägen. „Ich bin gern am Berg unterwegs“, freut er sich auf die Pension. Eine besondere „Auszeit“ hat er sich erst vor Kurzem genommen. Seinen gesamten Urlaub hat er für eine sechswöchige Wanderung am Jakobsweg Camino del Norte verbraucht. 840 Kilometer marschierte er alleine entlang der spanischen Küste. „Eine sehr erlebnisreiche aber auch körperlich und mental herausfordernde Tour. Da kommt man manchmal an seine Grenzen“, sagt Schneckenleitner. Durchaus eine Parallele zum Polizeidienst, denn auch da bleiben oft schlimme Momente wie Unfälle mit Bekannten oder Kindern als prägende Ereignisse in Erinnerung. Aber sowohl der Polizeidienst als auch der Jakobsweg haben ihm viele schöne Erlebnisse gebracht. „Mir war die gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung immer wichtig. Und dieser wirklich zu helfen, ein besonderes Anliegen“, betont Josef Schneckenleitner.