Bezirk Scheibbs: Wer Glück hat, darf in die Schule

Während Pflichtschulen und AHS bis mindestens 8. Februar zu sind, holen BHS Schüler tageweise in die Schulen. Wir schauten uns im Bezirk Scheibbs um.

Erstellt am 20. Januar 2021 | 04:23
440_0008_8009338_erl03darueberspricht_fj_teststrasse_gez.jpg
Die Teststraße im Francisco Josephinum macht Antigentests für alle Schüler möglich.
Foto: privat

Montagmorgen, Aula des Francisco Josephinum in Wieselburg: In einer professionell angelegten Teststraße warten Schüler in abgetrennten Kabinen auf ihren Antigen-Test. Der Ablauf ist ruhig und reibungslos, obwohl hier insgesamt 300 Tests an Schülern, Personal und Lehrkräften durchgeführt werden. Nach dem Test geht es direkt in die Klassenräume.

Der Unterricht im Francisco Josephinum ist ebenso perfekt organisiert. Zusätzlich zum Distance-Learning verbringt jeder Schüler alle zwei Wochen zweieinhalb Tage in der Schule, für Praxisunterricht und Leistungsfeststellung. Durch die Staffelung sei es möglich, im Unterricht den erforderlichen Abstand einzuhalten, sagt Direktor Alois Rosenberger.

„Wir haben so viel Platz zur Verfügung, dass wir auch die Schüler der sechs Maturaklassen unter Einhaltung aller Coronamaßnahmen in die Schule holen können.“ Gute Kommunikation, sagt Direktor Rosenberger, sei in dieser Situation das Um und Auf. „Wir sind alle, Schüler, Lehrkräfte wie Personal, daran gewöhnt, schnell und flexibel zu handeln. So haben wir noch jede Herausforderung gemeistert“, sagt Rosenberger stolz.

Mindestens einmal pro Woche dürfen auch die Schüler der HTL Waidhofen die Schulbank drücken – zumindest die im Labor oder in der Werkstatt. „Das ist sicherlich in Kombination mit dem Distance-Learning eine angenehme Abwechslung, weil die Schüler nicht nur vor dem Computer sitzen“, erzählt Direktor Harald Rebhandl.

Auch das Distance-Learning habe sich sehr gut eingespielt und ist mittlerweile fixer Bestandteil des Schulalltags. „Aber natürlich kann man es mit normalem Präsenzunterricht nicht vergleichen. Wenn man in die Gesichter der Schüler schaut, merkt man, ob die Message angekommen ist. Und das geht beim Distance Learning ab.“

Praxisorientierter Unterricht, intensiver Kontakt zu Betrieben – das sind die Grundsätze der „Lehrlingsschmiede“ Poly Scheibbs. Im heurigen Schuljahr sei bisher jedoch beides viel zu kurz gekommen, bedauert Direktorin Edda Taschler.

Bitter: Berufspraktische Tage mussten ausfallen

„Leider dürfen wir nicht, wie die Berufsbildenden Höheren Schulen, unsere Schüler zum Praxisunterricht in die Schule holen. Unsere Lehrkräfte tun ihr Bestes, aber natürlich lässt sich das, was in sieben Stunden Praxisunterricht gelernt wird, im Distance-Learning nicht vermitteln.“

Doppelt bitter, dass aufgrund Corona im Oktober auch die berufspraktischen Tage abgesagt werden mussten. Diese fünf Tage, die die Poly-Schüler in Betrieben verbringen, dienen dazu, den gewählten Beruf oder die anvisierte Lehrstelle vor Ort noch einmal genauer kennenzulernen. „Wir hoffen, dass wir zumindest den zweiten Termin von 22. bis 26. März durchführen können“, sagt die Schulleiterin: „Es hängt natürlich von der Coronasituation ab, ob wir auch in die Betriebe dürfen.“

Dass die 127 Poly-Schüler sich bei der Lehrstellensuche heuer schwerertun werden, glaubt Direktorin Edda Taschler trotzdem nicht. „Ich bekomme viele Anfragen von Betrieben, die Lehrlinge ausbilden wollen. Es wird sicher nicht wie gewohnt ablaufen, aber ich bin sicher, dass alle ihren Weg machen werden.“

Umfrage beendet

  • Ist die Rückkehr in die Schulen erst nach den Semesterferien sinnvoll?