Musizieren auf hohem Niveau in Scheibbser Musikschulen

Erstellt am 14. März 2020 | 05:25
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Viele erste Preise und Auszeichnungen sorgten für große Freude in den Musikschulen im Bezirk.
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„Die Schüler, die beim größten Jugendmusikwettbewerb des Landes angetreten waren, sind in den letzten Wochen ordentlich dran gekommen“, weiß der Leiter der Musikschule Purgstall, Anton Sauprügl. Sein Klarinettenensemble „Woodpeckers“ erreichte einen 1. Preis mit Berechtigung zur Teilnahme beim Bundeswettbewerb.

Dieser Erfolg hat ihn selbst überrascht, wie Sauprügl im Gespräch mit der NÖN gesteht: „Dieses Ergebnis kam völlig unerwartet, aber total verdient. Die jungen Musiker sind über ihre Grenzen gegangen und waren beim Wertungsspiel vor der Jury noch besser als bei jeder Probe“, freut sich Sauprügl. Offenbar konnten die Musikschüler, die in der schon sehr anspruchsvollen Altersgruppe 3 angetreten waren, in der wunderbaren Atmosphäre im Großen Saal des Festspielhauses ihr Können voll entfalten. Manche, wie der junge Purgstaller Stefan Kastenberger, der als Klarinettist mit den „Woodpeckers“ zum Bundesbewerb fahren darf, waren dabei auch ganz cool: „Vor dem Konzert war ich gar nicht nervös, auf der Bühne ein bisschen, und erst nachher, beim Warten auf die Bewertung, dann so richtig.“ Mit einer Burree von Bach überzeugten die fünf Jungmusiker die Jury und lösten das Ticket zum Bundesbewerb.

Weniger Teilnehmer, aber tolle Leistungen

Auch in der Musikschule Wieselburg, deren Schüler seit Jahrzehnten immer wieder Erfolge bei prima la musica – auch auf Bundesebene – feiern, hat Direktor Johannes Distelberger Grund zur Freude: „Insgesamt sind heuer weniger Schüler von uns angetreten, die Reihe der 1. Preise und Auszeichnungen ist dafür extrem lang – das heißt wir haben nur tolle Leistungen abgeliefert“. Dass heuer weniger Schüler aus dem Bezirk beim Wettbewerb waren, hat aus Sicht von Direktor Distelberger aber nicht viel zu sagen. Daran könne man noch keinen Trend ablesen. Fest steht: Um eine Berechtigung zur Teilnahme beim Bundeswettbewerb zu bekommen, muss wirklich alles zusammenpassen: ein anspruchsvolles Programm, absolute Musikalität und eine souveräne, überzeugende Präsentation.

Dazu kommt, dass es in den höheren Altersklassen zusätzlich zu den normalen Wertungsgruppen seit einigen Jahren auch noch die Plus-Kategorien gibt. „Um da überhaupt antreten zu können, müssen die jungen Musiker schon auf Hochschulniveau singen und musizieren“, weiß Distelberger.

Der 16-jährige Wieselburger Clemens Losbichler erreichte einen 1. Preis mit Auszeichnung und damit den höchsten Preis, der in der „normalen“ Wertung möglich ist. Eine Berechtigung zur Teilnahme beim Bundeswettbewerb bekommen nur Teilnehmer der Altersklasse 3plus. Keine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb gibt es zudem für die ganz jungen Musiker, die in den Altersgruppen A und B antreten. Die Teilnahme ist aber auch für diese kleineren Schüler eine wichtige Herausforderung, die viele Musikschüler aus dem Bezirk angenommen und gemeistert haben.

Große Konkurrenz und eine Portion an Mut

Die Konkurrenz ist auch bei den Unter-Zehnjährigen schon groß. Zudem erfordert es schon sehr viel Mut, vor einer strengen Jury zu stehen und zu musizieren. Mit viel Esprit und musikalisch beachtlicher Leistung überzeugten die Querflötenkinder von Monika Wippl, die als Ensemble „Calypso“ einen 1. Preis mit Auszeichnung holten. Sehr selbstbewusst traten auch die „Brass Brothers“ auf die Bühne und spielten mit Begeisterung ihr mit Johannes Distelberger einstudiertes Programm. Die strenge Jury belohnte ihren Auftritt ebenfalls mit einem 1. Preis mit Auszeichnung. Gleich zwei 1. Preise mit Auszeichnung – sowohl mit dem Akkordeon als auch mit dem Klavier – schaffte Leonie Lugbauer aus Oberndorf (Musikschule Alpenvorland).

Für die Ergebnisse spielen oft auch die kleinsten Zwischentöne eine Rolle – sowohl in musikalischer als auch in zwischenmenschlicher Hinsicht. Bei den „Woodpeckers“ ist das heuer alles eingetreten: „Wir haben einfach ein paar sehr tolle Klarinettisten. Zwei von ihnen, Sandra Schnabl und Stefan Kastenberger, haben vor Kurzem auch das goldene Leistungsabzeichen gemacht“, erzählt Lehrer Anton Sauprügl ganz begeistert.

Der Bundeswettbewerb 2020 findet Ende Mai in Feldkirch in Vorarlberg statt. Dort ist das Niveau noch einem um eine Stufe höher. Für den Aufstieg in die oberste Liga werden die jungen Musiker noch einige Extraproben einlegen: „Wir nehmen die Herausforderung an“, freut sich Anton Sauprügl.

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