Naturpark Ötscher-Tormäuer mit Kunst, die polarisiert. „Cliffhanger“ im Mirafall offiziell eröffnet. Die Besuchermeinungen divergieren. Genau das ist die Intention.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. September 2020 (04:32)

Von „Voll cool“ über „echt leiwand“ bis hin zu „ein Wahnsinn“ und „Verschandelung der Natur“ – das von Bildhauer Christoph Steinbrener, Fotograf und Grafiker Rainer Dempf und Architekt Martin Huber gemeinsam mit dem Naturpark Ötscher-Tormäuer umgesetzte Kunstprojekt „Cliffhanger“ polarisiert. Gleichzeitig ist die „Tourist Information“, die seit einer Woche in der Steilwand beim Mirafall hängt, begehrtes Fotomotiv im Naturpark.

Am vergangenen Freitag wurde das Projekt nach drei Jahren Vorbereitungszeit von Bundesrat Karl Bader offiziell eröffnet. „Schon die ersten Reaktionen zeigen, dass wir mit diesem Projekt Diskussionen auslösen. Und genau das wollten wir“, sagt Florian Schublach vom Naturpark Ötscher-Tormäuer.

Das Kunstprojekt soll eine Auseinandersetzung mit dem Tourismus auslösen und der Frage nachgehen, inwieweit verträgt eine Region Massentourismus. Mit spektakulären Mitteln wird hier die Eroberung der Landschaft und das beständige Ausbreiten von Zivilisationsgrenzen – auch durch den Tourismus – visualisiert.

„Natürlich freuen wir uns über steigende Besucherzahlen. Auch heuer werden wir im Naturpark wieder ein Plus von rund fünf Prozent verzeichnen. Alleine in der Ötscherbasis rechnen wir bis Saisonende am 26. Oktober mit rund 45.000 Besuchereintritten. Aber man muss immer wieder auch nach links und rechts schauen und darüber nachdenken, wohin die Reise gehen soll“, sagt Schublach.

Begleitend zur Kunstinstallation im Mirafall vertieft während der Wanderung ein filmischer Parcours von Sylvia Eckermann und Gerald Nestler die thematischen Aspekte der Kunstintervention von Steinbrener/Dempf & Huber.