Scheibbs testet e-Demokratie bei Bürgerbefragung. Bürger werden aufgerufen mit Hilfe neuester Technik bis 20. Dezember über geplantes Brückenmodell abzustimmen.

Von Claudia Christ. Erstellt am 10. Dezember 2019 (06:02)
Der EDV-Beauftragte der Gemeinde Franz Muthentaler, Bürgermeister Franz Aigner und Bernhard Hofecker fordern die Scheibbser Bürger auf, an dieser österreichweit bislang einzigartigen Bürgerbetragung teilzunehmen und die Bauweise der Heubrücke mitzubestimmen.
Claudia Christ

Wie soll die geplante Brücke Heuberg über die Erlauf aussehen? Das sollen die Scheibbser nun mittel e-Demokratie bestimmen. Und zwar mittels virtueller Realität. Gemeinsam mit dem Bundesrechnungszentrum wagt sich VP-Bürgermeister Franz Aigner dabei auf unbekanntes Terrain. Denn das Schlüsselwort lautet E-Partizipations-Lösung BRZ eDem.

„Wir möchten den Bürgern die Möglichkeit geben, über das Bauvorhaben mitzuentscheiden und geben ihnen mittels der Virtual-Reality-Technik eine konkrete Entscheidungshilfe. Durch die elektronische Abstimmungsplattform BRZ eDem stellen wir ein technisch einwandfreies und faires Verfahren sicher“, sagt Bürgermeister Franz Aigner.

In diesem österreichweit einzigartigen Innovationsprojekt werden die Scheibbser mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille, der sogenannten VR-Brille, aus drei Varianten abstimmen können, welches Geländer die Brücke erhalten soll. Die drei Entwürfe stehen von 9. Dezember bis 20. Dezember im Rathaus zur Abstimmung parat.

Stimmabgabe mittels eines Zugangscodes

Und so funktioniert es: Die fertige Brücke kann mit einer VR-Brille realitätsnah und in 3D schon vor Baustart überquert werden. Stimmberechtigt sind rund 4.500 Bewohner der Bezirkshauptstadt, und zwar bereits ab zehn Jahren. „Wir möchten hier gezielt auch die Jugend mit ins Boot holen“, sagt Aigner.

Die Stimmabgabe ist nur mittels eines „Token“, einer einmal verwendbaren elektronischen Stimmkarte möglich. Damit kann die Stimmabgabe anonym erfolgen, ohne dass auf die Identität der abstimmenden Person Rückschlüsse gezogen werden können. Zudem kann jedes Token nur ein einziges Mal verwendet werden. Jeder, der an der Abstimmung teilnimmt, kann pro Brückenvariante maximal fünf Punkte vergeben. Am Ende wird das Modell mit den meisten Punkten in die Realität umgesetzt werden.

Ob die Scheibbser das Angebot zur direkten Mitbestimmung annehmen wird sich spätestens im Jänner zeigen, wenn das Ergebnis der Abstimmung der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Die neue Heuberg-Brücke ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde und EVN, soll in einer dreijährigen Bauphase errichtet werden und die alte einspurige Holzbrücke ablösen. „Die neue Brücke wurde bereits im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Sie wird auf 40 Tonnen ausgerichtet und im Gegensatz zur alten Brücke doppelspurig sein“, informiert Aigner.

Umfrage beendet

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