Lunzer wegen Rauferei vor Gericht: War er Opfer oder Täter?

Erstellt am 09. Juli 2022 | 12:38
Lesezeit: 2 Min
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Foto: APA (Symbolbild)
Eine Schlägerei in Lackenhof brachte einen jungen Lunzer vor Gericht. Er bekannte sich nicht schuldig.
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Geht es nach dem Anwalt des Angeklagten im Prozess wegen einer Rauferei in einem Lokal in Lackenhof, so stand am vergangenen Mittwoch der Falsche vor Gericht: „Mein Mandant wird sich nicht schuldig bekennen. Er ist nicht der Täter gewesen, er war vielmehr das Opfer.“

Der Streit zwischen zwei Gruppen junger Männer, den „Gamingern“ und den „Lunzern“, sei vor dem Lokal ausgebrochen, schilderte der Angeklagte: „Die Gaminger haben zu stänkern begonnen, einer ist meinen Bruder angegangen, ich wollte dazwischengehen.“ Das Resultat für den Angeklagten: Eine blutige Lippe, die sich der Lunzer auf der Toilette verarzten ließ. Draußen ging einstweilen die Schlägerei weiter, laut Zeugenaussagen soll der Angeklagte dabei einem Kontrahenten einen „Head Butt“ versetzt haben. „Das kann nicht sein, ich war doch auf der Toilette“, beharrte dieser vor dem Richter. Im Polizeibericht sei von einem Täter mit Stirnband die Rede, er habe an dem Abend eine Haube getragen.

Wegen unentschuldigtem Nichterscheinen des Hauptzeugen wird der Prozess noch länger hinausgezogen: Richter Oliver Baumschlager vertagte auf Mitte Juli.

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