Ein 50 m2 großer „Supermarkt“. Wenn alle an einem Strang ziehen, ist vieles möglich: Puchenstuben hat seit Freitag wieder einen Nahversorger.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. September 2017 (05:00)
Offizielle Eröffnung des Nah&Frisch-Nahversorgers in Puchenstuben, von links: Elmar Putz, Leopold Siedl, Andreas Blauensteiner (alle Nah&Frisch-Kastner), Manuela Brandstetter, Landtagsabgeordnete Renate Gruber, Bürgermeisterin Petra Jani, Henriette Deuretzbacher, Landtagsabgeordneter Anton Erber, Neo-Kaufmann Horst Fahrnberger, Bezirkshauptmann Johann Seper, Nachbarbürgermeister Alfred Hinterecker, Friedrich Reisenbichler (Sparkasse Scheibbs) und Wolfgang Huber (Nah&Frisch Kastner).
NOEN, Christian Eplinger

Obwohl am Freitag dunkle Regenwolken über dem Einwohner mäßig kleinsten Ort des Bezirks hingen, strahlte SP-Bürgermeisterin Petra Jani über das ganze Gesicht. Denn am Freitag eröffnete Horst Fahrnberger seinen Nah&Frisch-Markt in Puchenstuben. Damit hat die Gemeinde nach einem halben Jahr Pause wieder einen Nahversorger.

„Als Bürgermeisterin der kleinsten Gemeinde des Mostviertels, eingebettet im größten Naturpark Niederösterreichs, ist es mein Ziel, Puchenstuben in Zukunft lebenswert zu erhalten. Eine adäquate Nahversorgung steht dabei an oberster Stelle des Wunschzettels vieler Puchen stubner“, weiß Petra Jani.

Schlosser, Feuerwehrler und jetzt auch Kaufmann

Diese hat man jetzt im 2014 von der Gemeinde angekauften Postgebäude wieder gesichert. Dank der Unterstützung des Landes und der NÖ Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Orts- und Stadtzentren (NAFES) konnte die Gemeinde die Adaptierung der leer stehenden Räumlichkeiten übernehmen (78.000 Euro). Mit dem Handelsunternehmen Kastner aus Zwettl (Nah&Frisch) hat man einen verlässlichen Partner gefunden, der Spezialist für Nahversorgungs-Lösungen im ländlichen Raum ist.

Und mit Horst Fahrnberger hat man einen waschechten Puchenstubner als Betreiber, der als FF-Kommandant und Gemeinderat auch in der Gemeinde entsprechend verankert ist.

„Als wir vor einem Jahr im Gemeinderat diskutiert haben, dass wir einen Nahversorger brauchen, habe ich leichtfertig gesagt, dann mach halt ich das“, erzählt Fahrnberger, der auch seinen Schlossereibetrieb weiterführen wird.

"Keine Selbstverständlichkeit mehr"

Mit einer Verkaufsfläche von rund 50 Quadratmetern gehört der neue Nah&Frisch-Markt zwar zu den Märkten am unteren Ende der Skala, aber der Kunde findet alle Güter des täglichen Bedarfs – inklusive Frischware (unter anderem Moserwurst aus Wieselburg und Leb-Gebäck aus Frankenfels), Zeitungen und Zigaretten.

Insgesamt stehen den Kunden rund 1.500 Produkte zur Auswahl. Normalerweise sind es fast drei Mal so viel. „Es geht nicht so sehr um die große Auswahl, sondern darum, dass diese Infrastruktur generell vorhanden ist. Denn ein Nahversorger ist heutzutage in einer Gemeinde längst keine Selbstverständlichkeit mehr“, weiß Andreas Blauensteiner von der Firma Kastner.