Purgstall an der Erlauf

Erstellt am 07. Dezember 2018, 05:25

von Karin Katona

Altertumsforschung: Geschichte liegt zu Füßen. Archäologe Andreas Rausch: „Archäologische Voruntersuchungen und Kartierung wichtig für Raumplanung.“

Der Scheibbser Archäologe Andreas Rausch mit Kollegen von der englischen Universität Exeter, die im Erlauftal archäologische Voruntersuchungen durchgeführt haben.  |  Karin Katona

„Die Vergangenheit liegt uns zu Füßen, treten wir sie nicht mit Füßen“ – so lautet ein Lieblingszitat von Archäologe Andreas Rausch, wenn er über den Umgang mit den Spuren der Geschichte spricht, die noch unentdeckt in der Erde liegen. Schon als Kind hat er zusammen mit seinem Großvater Franz Ressl in Purgstall archäologische Funde gemacht.

Vor Kurzem hat Rausch ein Archäologen-Team der englischen Universität Exeter unter der Leitung von Dozentin Hajnalka Herold begleitet, das in Oberndorf, Purgstall und Wieselburg nach Spuren frühmittelalterlicher Besiedelung suchten. Gegraben, berichtet Andreas Rausch, haben die Archäologen dabei nicht. „Die Kollegen haben im Rahmen eines Forschungsprojekts über das Frühmittelalter Begehungen durchgeführt. Dabei werden neben der Suche nach Oberflächenfunden unter anderem geomagnetische Messungen vorgenommen.“

Spuren von Besiedelung bis frühe Jungsteinzeit

Die durch die Untersuchungen gewonnenen Daten werden für detaillierte archäologische Karten verwendet. Grabungen an Fundstellen seien derzeit nicht vorgesehen, weiß der Archäologe: „Es geht rein um die Identifizierung und Kartierung der Fundstellen, damit man bei späteren Bauvorhaben möglichst darauf Rücksicht nehmen kann.“ Zu finden gab und gibt es im Bezirk vieles.

„Die Spuren von Besiedelung in der Region gehen quer durch alle Zeiten, angefangen von der frühen Jungsteinzeit.“ Im kommenden Jahr werden Dozentin Hajnalka Herold und ihr Team in Steinakirchen weiterforschen.

„Wir sollten auf das schauen, was wir haben. Darum sind archäologische Voruntersuchungen für die Raumplanung so wichtig“, plädiert Archäologe Andreas Rausch ein größeres Bewusstsein für die Zeugen der Vergangenheit. „Was man unbedacht zerstört, ist unwiederbringlich verloren.“