Bunte Siloballen erfüllen guten Zweck für Krebshilfe. Regionale Landwirte setzen sich aktiv für eine Aktion zur Unterstützung der österreichischen Krebshilfe ein.

Von Kathrin Vogelauer. Erstellt am 13. September 2019 (04:17)
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Jahrelang säumten nur grüne oder weiße Siloballen die Waldränder. In Deutschland schon seit 2015 verbreitet, stechen nun auch in Österreich rosa, blaue oder gelbe Silagefolien in der Landschaft heraus. Der Erlös, der durch den Verkauf der bunten Folien eingenommen wird, kommt der österreichischen Krebshilfe zugute. Pro Rolle sind das drei Euro.

Bei rosa Folien fließt das Geld in die Brustkrebsforschung, bei blauen in die Prostatakrebsforschung. Beim Kauf der gelben Folien unterstützen die Landwirte die Kinderkrebshilfe.

Die Landwirte Josef Gruber (von links) und Leopold Klauser beteiligen sich durch den Kauf von bunten Silagefolien an drei verschiedenen Bereichen der Krebsforschung.
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„Bei drei bis vier Bauern aus dem Bereich Robitzboden/Rogatsboden kümmere ich mich ums Wickeln der Ballen. Für die rosa, blauen oder gelben Rollen, die ich dabei verwende, verlange ich vom Kunden jedoch nicht mehr“, betont der Purgstaller Landwirt Josef Gruber im NÖN-Gespräch.

Die farbigen Folien seien teurer, weisen aber auch ausgezeichnete Qualität auf. Der schwedische Produkthersteller Trioplast, Vermarkter der Folien, ist in der Branche bekannt für seine Hochleistungsfolien. Der springende Punkt dabei liegt in der Erzeugung. Die sogenannten Blasfolien werden durch ein spezielles Produktionsverfahren mit hochwertigen Inhaltsstoffen hergestellt. Dadurch kann eine deutlich bessere Sauerstoffdichte, höhere Reißfestigkeit und vorteilhaftere Dehnungsfähigkeit erzielt werden. Durch die dichtere Luftabdeckung ist die Silage weniger gefährdet, von Schimmel befallen zu werden.

„In Forschung kann man nie genug investieren“

Gruber erklärt: „Es ist wetterbedingt, wie viele Ballen ich aus einer Folie produzieren kann. Je wärmer es ist, desto dehnbarer ist die Folie. Pro Rolle aber kann man sagen, dass etwa 22 Stück herausgehen.“

Beim Gespräch mit Reinsberger Landwirt Leopold Klauser, dessen Grasernte von Josef Gruber eingewickelt wird, zeigt sich dieser zufrieden. „Es ist eine gute Sache, die Josef mit dem Kauf dieser Folien unterstützt. In dieses Forschungsgebiet kann nie genug investiert werden. Ich freue mich, dass meine Wiese somit zur Werbefläche dafür wird.“ Klauser hofft, dass diese solidarische Geste der Landwirtschaft noch mehrere Jahre fortgeführt wird.

Erhältlich sind die Folien im Lagerhaus und anderen Agrarmärkten. Durch die lebhafte Darstellung der Botschaft in den Landschaften können viele Menschen erreicht werden. Die heimischen Lagerhäuser konnten heuer bereits 4.224 Euro (Stand März 2019) zugunsten der Krebsvorsorge in Österreich spenden.