Camping im Trend: Die grünste Art, Urlaub zu machen. Aktiv-Camp Purgstall setzt auf Green Camping und Rundum-Service.

Von Karin Katona. Erstellt am 17. August 2020 (18:02)

Ein heißer Augusttag geht seinem Ende zu. Vor ihrem Zelt am Waldrand auf dem Aktivcamp in Purgstall sitzen Martin und Sabine aus Linz, lassen ihre Wanderung in der Erlaufschlucht Revue passieren. Camper sind die beiden schon seit vielen Jahren, haben Campingplätze in aller Welt gesehen.

Heuer sollte es nach Irland gehen. „Jetzt ist es eben Österreich – zum ersten Mal“, sagt Sabine lachend. „Und wir haben diese Woche sehr genossen, auch wenn überall viel los ist. Dieser Platz war der schönste von allen. Aber hier müssen wir leider weg, weil für morgen eine größere Gruppe reserviert hat.“

Die erwarteten Gäste sind Mitglieder der Facebook-Gruppe „Alleinerziehende Eltern Österreich“, die zum dritten Mal im Aktivcamp ein verlängertes Wochenende verbringen. „Die Kinder genießen es hier – baden, im Bach waten, Fußball und Volleyball spielen, Feuer machen und Würstel grillen“, schildert eine Mutter. „Nach dem Handy fragt keiner mehr.“

Camping, sagt Aktivcamp-Betreiber Johann Kaiser, habe in den vergangenen Jahren eine neue Richtung eingeschlagen. „Der Trend geht in Richtung Green Camping, mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Regionalität und Verantwortung gegenüber der Umwelt.“

Wer auf sich aufmerksam machen will, weiß Kaiser, muss aktiv bleiben, sich im Internet professionell präsentieren und ein Rundum-Paket bieten können: „Dazu gehören die Freizeitmöglichkeiten ebenso wie ein geschultes Team und besondere Services, wie zum Beispiel unser Fahrradverleih mit Trekking- und E-Bikes.“

Zeltplätze mit Lagerfeuerstelle, direkt an einer großen Wiese mit angrenzendem, naturbelassenen Bachbett gelegen, gefallen besonders den Kindern. Abenteuer-Feeling, das glücklich macht. Und glückliche Camper geben online gute Bewertungen ab – die beste Werbung überhaupt.

Hat Corona einen Campingboom gebracht? „Camping ist schon seit einigen Jahren im Aufwind. Und immer mehr Familien mit kleineren Kindern machen bei uns Urlaub“, erklärt Johann Kaiser. „Die Auslastung im Sommer war bisher immer sehr gut, aber heuer hat sich das Publikum gewandelt. Weniger Niederländer und Deutsche, dafür viele Österreicher. Die Gäste bleiben im Durchschnitt länger. Eine Woche statt wie früher über ein verlängertes Wochenende.“

Die Facebook-Runde kann leider nicht so lange bleiben, muss nach einem erlebnisreichen Wochenende wieder zurück in die Stadt. Und freut sich jetzt schon aufs nächste Jahr.