Chancen fürs Bücherdorf. Lina Bittner hat sich für ihre Masterarbeit mit dem Konzept Bücherdorf beschäftigt und auch das Bücherdorf Purgstall untersucht. Der Verein versucht derweil neue Wege.

Von Karin Katona. Erstellt am 06. Februar 2018 (04:00)
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Lina Bittner hat sich mit Bücherdörfern beschäftigt.

„Das Bücherdorf als neue Form des Literaturtourismus“ lautet der Titel der Masterarbeit von Lina Bittner, die heute als Bibliothekarin in Wien arbeitet. Nebst anderen Bücherdörfern, wie dem englischen Hay-on-Wye, hat sie dazu auch das Bücherdorf Purgstall unter die Lupe genommen.

Mit einem Fest könnte man Projekt beleben

KK
Geschäft allein ist zu wenig: Der Verein sucht neue Wege.

„Da das Bücherdorf das erste seiner Art ist, hätte es durchaus Chancen, wenn es überregionales Interesse wecken könnte“, lautet das Resumé von Bittners Arbeit. „Dazu müsste aber auch das Angebot deutlich ausgebaut werden. Normalerweise sind Bücherdörfer gezielt für Besucher gedacht. Denn ein Ort mit einem Laden für gebrauchte Bücher ist kein Bücherdorf.“ Lina Bittner sieht aber auch Entwicklungsmöglichkeiten, die relativ einfach umzusetzen wären: „Mit einem Fest könnte man auf das Bücherdorf aufmerksam machen und auch wieder mehr Menschen vor Ort finden, die sich einbringen wollen. Die Grundvoraussetzung ist die, dass die Erhaltung des Bücherdorfs der Gemeinde und den Bürgern ein Anliegen ist.“

Für ihre Arbeit hat Bittner auch eine Umfrage zum Thema Bücherdorf durchgeführt: „Die Beteiligung war leider sehr mager – ein Zeichen, dass das Interesse in der Bevölkerung gering ist.“

Lesefest im April geplant

Ingrid Fabris, Obfrau des Vereins Bücherdorf, möchte mit einem großen Lesefest wieder ein kräftiges Lebenszeichen für das Bücherdorf setzen. „Das Fest findet am 7. April an zwei Veranstaltungsorten statt: Ein Lesefest für Kinder ab 16 Uhr im Museum im Ledererhaus und eine Lesung für Erwachsene um 19 Uhr im Kurhaus Lumper.“

Schüler aus der Schreibwerkstatt des BG/BRG Wieselburg und Autoren aus der Region werden aus ihren Werken lesen. „Es ist uns wichtig, auch bei jüngeren Menschen mehr Interesse zu wecken. Daher wenden wir uns mit dem Literaturfest an Kinder und ihre Eltern“, erklärt Bücherdorf-Chefin Ingrid Fabris. Erster Lichtblick: „Wir haben bereits zwei neue Mitarbeiter.“

Umfrage beendet

  • Kann das Bücherdorf Interesse wecken?