Christkindl-Werkstatt ist leer. Der Weihnachtsmarkt der WABE Erlauftal findet heuer nicht statt. Auch Ausstellung der selbst gemachten Weihnachts-Deko und Geschenke ist wegen Platzmangel nicht möglich.

Von Karin Katona. Erstellt am 27. November 2020 (13:18)
Symbolbild
APA (dpa)

Weihnachtsdeko und Geschenkartikel aus Holz sind begehrte Stücke aus der Werkstatt der WABE Erlauftal, die beim alljährlichen Weihnachtsmarkt weggehen wie die warmen Semmeln. In der Holzwerkstatt der Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Purgstall, wo sonst um diese Jahreszeit die Holzspäne für die letzten Weihnachtsstücke fliegen, herrscht heuer kein Weihnachtsstress.

„Einen Weihnachtsmarkt wird es bei uns heuer nicht geben“, lässt WABE-Leiterin Sandra Schumitsch wissen. „Unser Haus ist für Besucher geschlossen, auch in den Innenhof dürfen wir niemanden einladen. Die Hausbewohner dürfen, wie wir alle im Lockdown, nur für Einkäufe und Besorgungen das Haus verlassen.“ Man habe wegen der großen Nachfrage nach den Weihnachtsartikeln daran gedacht, diese in den Räumen, in denen sonst die Weihnachtsausstellung stattfindet, zum kontaktlosen Verkauf anzubieten. Diese Räume werden aber derzeit für die Werkstätte gebraucht.

„Wir mussten wegen der Coronabestimmungen unsere Werkstatt teilen, sodass auch die Mitarbeiter, die nicht im Haus leben, zur Arbeit kommen können. Die 14 Hausbewohner und die Externen können getrennt voneinander arbeiten, damit wir die Ansteckungsmöglichkeiten so gering wie möglich halten.“ Den 20 externen Mitarbeitern habe man freigestellt, daheim zu bleiben. „Es ist aber kein Einziger zuhause geblieben“, sagt die WABE-Leiterin.

"Erster Lockdown sitzt noch in den Knochen"

„Allen sitzt der erste Lockdown noch in den Knochen, wo sie wochenlang daheim waren und ihren gewohnten Tagesablauf, die Arbeit und die Kollegen vermisst haben. Jetzt können wir ihnen wenigstens anbieten, dass sie herkommen können.“

Besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen seien feste Strukturen und ein geregelter Alltag wichtig, sagt Sandra Schumitsch. Auch die Einsamkeit habe den externen Mitarbeitern im Frühjahr sehr zugesetzt. „Viele unserer Klienten leiden an Depressionen. Wochenlang in der Wohnung zu bleiben, ist für uns schlimm, für sie aber noch viel mehr. Die Gemeinschaft vermittelt Halt und Sicherheit.“ Im Moment sei die Stimmung im Haus relativ gut. Auch den 14 Hausbewohnern gehe es mit der Situation besser als im Lockdown im Frühjahr. „Sie gehen gemeinsam einkaufen und spazieren. Das Gefühl, isoliert zu sein, ist nicht so stark wie im Frühjahr“, sagt Sandra Schumitsch.

„Für uns stehen unsere Bewohner im Mittelpunkt. Wir sind für ihre psychische Gesundheit verantwortlich. Und ihr Schutz und ihre Sicherheit gehen vor. Wenn jemand Deko- oder Geschenkartikel braucht, lässt sich wohl telefonisch eine Abholung organisieren. Forcieren möchten wir den Verkauf heuer jedoch nicht“, sagt die WABE-Leiterin.

Telefonisch ist die WABE unter 07489/7008 erreichbar.