Das „Gaudium zur Purg“ fällt aus. Nach einem Jahr Pause sollte am ersten Septemberwochenende wieder das „Gaudium zur Purg“ stattfinden. Wegen Corona wird das Mittelaltervolk nicht nach Purgstall kommen.

Von Karin Katona. Erstellt am 28. Juli 2020 (17:19)
Beschauliche Mittelalter-Szenen wie diese wird es im September 2020 im Purgstaller Schlosspark nicht geben. Die Veranstalter haben das Fest abgesagt: „Wir könnten die COVID-Bestimmungen nicht einhalten.“
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Alle zwei Jahre am ersten Septemberwochenende sind Menschen in mittelalterlichen Gewändern in Purgstall ein gewohnter Anblick. Beim „Gaudium zur Purg“ nehmen die vielen fahrenden Händler, Schausteller und Lagergruppen ihre Besucher im Schlosspark mit auf eine Zeitreise ins gar nicht so finstere Mittelalter. Ein Fest, um das sich in den vergangenen Jahren eine riesige Fangemeinde entwickelt hat und das auch immer mehr Purgstaller dazu gebracht hat, sich im Mittelalter-Outfit unter die Gäste und Stände zu mischen.

Umso härter ist es nun, dass die Veranstalter das Fest absagen mussten. „Eigentlich war es ohnehin klar. Wir hätten bei dieser Menge an Darstellern und Besuchern niemals die Covid-Bestimmungen einhalten können“, sagt Kurt Haider vom Verein „Gaudium zur Purg“. Nach einer Rücksprache mit VP-Bürgermeister Harald Riemer habe man sich gemeinsam mit Vertretern der Bezirkshauptmannschaft getroffen und nach einer kurzen Besprechung die Absage des Gaudiums fix gemacht. „Natürlich ist es schade“, bedauert Haider. „Aber wir haben 400 Darsteller. Niemand hätte Verständnis dafür, wenn wir die Besucherzahlen auf 100 Leute beschränken. Und wenn ein Gaukler seine Späße macht oder bei der nächtlichen Feuershow kann man keinen Ein-Meter-Abstand einhalten.“

Bitter ist die Absage nicht nur für die Besucher, sondern auch für den Verein, der das Schlosspark-Areal bis 2025 gepachtet hat und damit gerechnet hatte, die Pacht durch die Einnahmen des Gaudiums finanzieren zu können.

Als Entschädigung plant der Verein einen Ostermarkt: „Die Idee ist, unseren Gästen ein möglichst regionales Angebot an Waren, Handwerk, Kunst und kulinarischen Schmankerln zu bieten, damit wirklich für jeden etwas dabei ist“, sagt Kurt Haider. „Der Höhepunkt wird dann das Osterfeuer am Samstagabend sein.“ Vorausgesetzt natürlich, dass bis dahin die Corona-Bestimmungen entsprechend gelockert sind. „Irgendwie wird es weitergehen. Wir schauen optimistisch in die Zukunft“, erklären Kurt Haider und sein Kompagnon vom Verein „Gaudium zur Purg“, Hannes Göckler.