Entlaufener Pit Bull jagte Spaziergänger. Pitt Bull brach aus Garten aus. Spaziergänger flüchtete in Panik und brach sich bei Sturz die Hand.

Von Karin Katona. Erstellt am 24. Februar 2020 (18:01)
Johann Gruber mit seinen Hündinnen Cindy und Lilly. Er hat sich bei einem Sturz auf der Flucht vor einem Pit Bull Terrier die Hand gebrochen.
privat

Ein Spaziergang mit seinen beiden Cavalier King Charles-Hündinnen und seinem Enkelsohn Mathias am Sonntag, 16. Februar, wurde für Johann Gruber aus Purgstall zum Albtraum. „Wir sind an einem Haus vorbeigekommen, wo aus dem Garten ein Pitbull Terrier herausgebellt hat. Weil ich weiß, dass der Garten mit einem hohen Zaun und einer zusätzlichen elektrischen Umzäunung gesichert ist, habe ich mir nicht viel dabei gedacht“, schildert der Hundebesitzer.

Auf einmal jedoch habe sein Enkel den Hund hinter sich auf der Straße laufen gesehen. „In Panik hat mein Enkel es gerade noch geschafft, den einen Hund auf den Arm zu nehmen. Den anderen hatte ich an der Leine. Wir sind nur noch gelaufen, haben immer wieder versucht, den Pit Bull abzuwehren“, sagt Johann Gruber immer noch sichtlich geschockt. Auf der Flucht sei er gestürzt und habe sich dabei die Hand gebrochen, schildert der Hundebesitzer weiter: „Meinem Enkel ist es schließlich gelungen, den Pit Bull durch Tritte in die Flucht zu schlagen.“

Am Abend sei die Besitzerin des Hundes gekommen, um sich zu entschuldigen. „Angeblich hat ihr Mann, bevor er in die Arbeit gefahren ist, vergessen, den Zaun einzuschalten. Es kann schon sein, dass es ihr leid tut, aber das bringt mir nichts“, sagt Johann Gruber, immer noch verbittert. „Meine Hunde trauen sich nicht mehr raus. Ich habe Schlafstörungen.“ Ihm gehe es hauptsächlich darum, zukünftige Vorfälle zu verhindern: „Da muss eine Lösung her, damit der Hund nicht noch andere Leute anfällt.“

„Mein Hund hat niemanden verletzt. Im Gegenteil, er ist durch die Fußtritte verletzt worden." 
Hundebesitzerin Daniela Bruckner

Für Daniela Bruckner, die Besitzerin des Pit Bull Terriers, stellt sich der Fall völlig anders dar. „Die Polizei war bei mir und hat mir den Fall geschildert. Demnach hat mein Hund weder jemanden gebissen noch verletzt. Im Gegenteil: Er hat durch die Fußtritte Verletzungen davongetragen.“ Von Verfolgung oder Attacke könne keine Rede sein: „Weil Herr Gruber und sein Enkel davongelaufen sind, ist unser Hund nachgelaufen. Das macht er ja bei uns auch. Und verletzt hat sich Herr Gruber bei seinem Sturz.“ Probleme mit dem zwölfjährigen Pit Bull habe es noch niemals gegeben: „Er ist ein gutmütiger Hund. Das merkt man auch daran, dass er trotz der Fußtritte von Herrn Grubers Enkel nicht einmal hingeschnappt hat.“

Stehenbleiben, auch, wenn es schwer fällt, den Hund anschreien, aber ihm nicht direkt in die Augen schauen – das rät Karl Greß, Obmann der Hundeschule Ötscherland, für derartige Situationen. „Dann passiert am wenigsten. Durch Flucht wird der Jagdinstinkt des Hundes angeregt. Ein Patentrezept gibt es aber leider nicht.“ Grundsätzlich gelte: „Für das Verhalten des Hundes ist der Besitzer verantwortlich. Einen Hund unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen, ist ein No-Go.“ Am wichtigsten für Hunde und ihre Besitzer sei jedoch der Besuch der Hundeschule: „Unsere Kurse starten am 6. März.“