Erlaufschlucht-Besucher werden um Spenden gebeten. Besucher und Wanderer werden gebeten, für den Besuch des Naturdenkmals eine freiwillige Spende abzugeben.

Von Karin Katona. Erstellt am 26. August 2020 (04:26)
Johann Siebenhandl, Hildegard Ressl, Praktikantin Vanessa Buresch und Franz Kaiser setzen sich für die Erlaufschlucht ein.
Karin Katona

Ein schöner Sommertag an der Erlaufschlucht. Wanderer holen vor dem Eingang ihre Rucksäcke aus den Autos. Der Moment für die junge Dame am Infoschalter ist gekommen: „Bitte geben Sie eine Spende für die Erlaufschlucht“, spricht sie die Gäste an. Für die Sauberhaltung und Pflege von Wegen, Wald und Fluss, für die Befreiung vom Müll, den andere Besucher achtlos Tag für Tag hinterlassen.

„Ich erkläre den Besuchern, dass es sich nicht um Eintritt handelt, sondern um eine freiwillige Spende“, sagt Vanessa Buresch, die als Praktikantin der Gemeinde bei Schönwetter hier ihren Dienst versieht. „Ansprechen muss man aber die Leute schon, nur dasitzen ist zu wenig. Fast alle reagieren verständnisvoll und geben etwas.“

 „Wer eine Spende gibt, zeigt damit seine Wertschätzung.“ Johann Siebenhandl, ehrenamtlicher Naturvermittler in der Erlaufschlucht

 Eintritt für die Schlucht verlangen, wie es schon einige Male Gegenstand von Gerüchten gewesen sei, wolle man in Purg stall nicht, versichert Bürgermeister Harald Riemer. „Wir wüssten auch nicht wie, weil die Schlucht ja viele Zugänge hat.“ Die Wartung des Naturdenkmals bringe der Gemeinde jedoch nicht nur mehr Gäste, sondern auch mehr Arbeit. Regelmäßig müssen das Gelände kontrolliert und die Mülleimer entleert werden. „Das kostet Arbeitszeit. Und trotzdem können wir nicht überall sein. Da sind wir auch den ehrenamtlichen Mitarbeitern und den Anrainern sehr dankbar für ihre Mithilfe.“

Johann Siebenhandl, der ehrenamtlich mit – ebenfalls ehrenamtlichen – Naturvermittlern geführte Wanderungen durch die Erlaufschlucht organisiert und auch den Infopoint am Eingang betreut, appelliert ebenfalls an das Verständnis der Besucher. „Wir wollen keinen Eintritt kassieren und auch keinen Gewinn erwirtschaften. Aber es gibt Schäden an den Wegen, wie etwa vor Kurzem durch das Hochwasser, die ausgebessert werden müssen.“ Auch Wegeschilder, berichtet Siebenhandl, werden immer wieder von Vandalen abmontiert.

„Die Spendenkampagne soll auch zum Nachdenken anregen, dass Natur wertgeschätzt und gepflegt werden muss. Wenn ich für etwas spende, denke ich vielleicht auch darüber nach, was ich noch dafür tun kann, dass es erhalten bleibt“, hofft Hans Siebenhandl. „Das Benehmen mancher Wanderer und auch einiger Einheimischer lässt leider zu wünschen übrig.“