Erlaufschlucht: Vom Boom profitiert das Umfeld mit. Die Erlaufschlucht wurde heuer zum Tourismusmagneten. Das freut nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Wirte der Region.

Von Karin Katona und Christian Eplinger. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:53)
Das Ausflugsziel Erlaufschlucht erlebte heuer einen wahren Boom und sorgte für zusätzliche Frequenz bei den Gastronomen im Ort. Damit konnten in der schönen Jahreszeit so manche Corona-Ausfälle halbwegs wettgemacht werden.
Theo Kust/imagefoto.at

Schritt für Schritt ist seit 2015 das touristische Angebot rund um die Erlaufschlucht entwickelt und aufgewertet worden. Heuer erlebt die Erlaufschlucht aufgrund von Corona einen Boom wie noch nie. Die Besucher kommen von Oberösterreich bis Wiener Neustadt. Die genauen Besucherzahlen für heuer stehen noch aus, aber – auch wenn die großen Gruppenführungen ausgeblieben sind – man steuert einer Rekordsaison zu. Vor allem Familien mit Kindern haben die Erlaufschlucht als ideales Ausflugsziel entdeckt – dank des Tut-gut-Wanderweges oft auch in Kombination mit dem Tierpark Hochrieß. Und davon profitieren auch die Wirtschaft und das Umfeld spürbar. Denn zu jedem Ausflugsziel gehört auch eine entsprechende Gastronomie – und die wird in Kürze auch durch die neue Touch-Screen-Stele direkt beim Eingang zur Erlaufschlucht entsprechend beworben.

Die NÖN hörte sich bei den Purgstaller Gastronomen um, wie sie Corona-Krise und den Boom der Erlauftalschlucht erlebt haben.

Gerhard und Waltraud Buchinger, Bowlingcenter: „Ja, dank der Erlaufschlucht haben wir viel wett machen können, was uns sonst durch Corona entgangen ist, beziehungsweise in den nächsten Monaten noch entgehen wird. Wir haben natürlich davon profitiert, direkt neben der Erlaufschlucht zu liegen. Vor allem der Gastgarten war bei Schönwetter durchgehend gut belegt, denn die Leute wollen draußen sitzen – auch jetzt noch, solange es halt geht. Das gibt ihnen eine gewisse Sicherheit. Dank des Ausflugsziels Erlaufschlucht haben wir auch unter der Woche eine entsprechende Frequenz, die ein Gasthaus zum Überleben braucht. Spürbar höher geworden ist auch die Wertschätzung für gutes Service.“

Roswitha Steinmetz, Kurvenwirt: „Für uns ist die Erlaufschlucht ein großer Vorteil. Besonders am Wochenende kommen nachmittags und abends viele Schluchtenbesucher zu uns. Trotz Corona war auch heuer das Geschäft unverändert gut.“

Martin Teufl, Kirchenwirt: „Die Erlaufschlucht ist mittlerweile unser Markenzeichen, das Purgstall einzigartig heraushebt. Sie ist eine Riesenbelebung für den Ort. Sie ist ein starker Publikumsmagnet, der uns sowohl am Wochenende als auch unter der Woche viele Gäste bringt. Allerdings sollte bei der Schlucht das neu gestaltete Ortszentrum noch besser mitbeworben werden. Dazu genügt schon ein großes Bild beim Schluchteingang mit einem Hinweis, wie weit die Entfernung ist.“

Johann Kaiser, Aktivcamp Purg stall: „Für uns ist die Erlaufschlucht zwar kein Mittel, um neue Gäste zu lukrieren, weil unser Marketing weit darüber hinaus geht. Die Gäste, die zu uns kommen, wissen oft nicht, dass es die Erlaufschlucht gibt. Aber wenn wir sie ihnen als attraktives Ausflugsziel empfehlen, nehmen sie es gern auf und kommen begeistert zurück.“

Hermann Wurzenberger, Ramsauhof: „Auch wir haben vom Ausflugstourismus der Erlaufschlucht profitiert. Vor allem wenn wir am Parkplatz Flyer verteilt haben oder als die Erlauftalbundesstraße gesperrt war. Da war der Andrang enorm. Die Aufbereitung der Erlauftalschlucht als Ausflugsziel ist für die Wirtschaft der Region ein Segen. Denn davon profitieren nicht nur die Gastronomen, sondern auch alle Zulieferer.“

Elisabeth Selner, Mostlandhof: „Wie viele unserer Gäste die Erlaufschlucht besuchen, lässt sich zwar schwer sagen. Aber ich denke, dass die Erlaufschlucht für viele Leute, die herkommen, ein Anreiz ist, die Region besser kennenlernen zu wollen. Man hört oft: ‚Wir haben gar nicht gewusst, wie schön es hier ist. Wir kommen sicher wieder.‘ Und dann kann schon einmal aus einem Tagesgast ein Gast werden, der mit der ganzen Familie für ein verlängertes Wochenende kommt.“

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