Ferienspiel: Gute Tat geht automatisch. Eine Gruppe der Scouts of Europa schlug für eine Woche ihr Zeltlager im Schlosspark auf und lud die Purgstaller Kinder zum „Tag der offenen Lagertür“ ein.

Von Karin Katona. Erstellt am 02. August 2020 (03:41)
Ein spannender Ferienspiel-Nachmittag: 22 Purgstaller Kinder verbrachten Zeit im Pfadfinderlager der Scouts of Europa im Schlosspark. Auch den Pfadfindern gefiel es in Purgstall sehr gut: „Besonders das Bad und die Erlaufschlucht sind sehr schön.“
Karin Katona

Ferienspiel am vergangenen Mittwochnachmittag: Noch ein wenig verunsichert und voller Neugierde betreten 22 Purgstaller Kinder das Pfadfinderlager der Scouts of Europa, die für eine Woche in Purgstall ihre Zelter aufgeschlagen haben. Nach der Aufteilung in Gruppen kommt schnell Bewegung in die Truppe: Beim Seilklettern, über eine Hängebrücke balancieren, Zielspritzen, beim Feuermachen helfen – immer mit der Hilfe erfahrener Pfadfinder – erfahren die Purgstaller Kids, was die Pfadfinder ausmacht: Hilfsbereitschaft, Geduld und Respekt.

„Scouts sind verbrüdert und halten zusammen. Egal ob beim Zelt-Aufbau, wenn es einem nicht gut geht, wenn wir ein Geheimnis wahren müssen oder wenn wir gemeinsam Späße machen“, sagt Rebecca, die gemeinsam mit zwei anderen Scouts ein Spiel für die Gäste vorbereitet. „Wir lernen Überlebenstechniken wie Essbares aus der Natur sammeln, mit einfachsten Mitteln Feuer machen, einen Unterstand bauen und Erste Hilfe“, sagt ihre Freundin Felicitas.

„Jeder Scout kann je nach Interessensgebiet verschiedene Spezialabzeichen machen“, erklärt Florentine, die seit fünf Jahren bei den Scouts ist. Einmal in der Woche treffen die Scouts sich zur Heimstunde, in den Sommerferien geht es auf das große Sommerlager. Weitere Highlights sind das Pfingst- und Herbstlager. Auch sonst gibt es immer wieder gemeinsame Ausflüge. „Pfadfinder verbringen viel Zeit in der Natur“, erklärt Rudolf Klingler. „Die Handys bleiben zuhause und werden nicht vermisst. Strom zum Aufladen gebe es ohnehin nicht.“ Und die tägliche gute Tat, für die die Pfadfinder so berühmt sind? „Manchmal vergisst man sie schon“, geben Rebecca und ihre Freundinnen zu. „Aber meistens geht es automatisch im Lauf des Tages, ohne nachzudenken.“

Spätestens beim Lagerfeuer sind auch die schüchternsten der Purgstaller Kinder aufgetaut und voller schöner Eindrücke. Die älteren Scouts erklären ihnen, dass man Würstel nicht über das Feuer, sondern über die Glut hält. Und tatsächlich: Das Essen wird schön braun statt schwarz. Als alle satt sind, dürfen sie noch an der beliebtesten Pfadfinder-Tätigkeit teilnehmen: dem Lieder-Singen rund um das Feuer. „Wenn wir am ersten Tag im Lager die Zelter aufgestellt haben, wird Feuer gemacht. Und egal, wie müde alle sind, das Lagerfeuer lässt sich niemand entgehen“, verrät Lagerleiter Rudolf Klingler.