FPÖ läutet Gemeinderats-Wahlkampf ein. Manuel Brunner stellt sich als FPÖ-Chef vor. Listen bei FPÖ, SPÖ, Grüne und ÖVP noch nicht fix.

Von Karin Katona. Erstellt am 21. November 2019 (11:52)
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Mit einer Aussendung an alle Haushalte hat die FPÖ Purgstall den Startschuss zur Gemeinderatswahl 2020 abgegeben. Die Ortspartei, die in den vergangenen Jahren ohne Führung vor sich hin geschwächelt hatte, präsentiert sich nunmehr frisch aufgestellt unter einem neuen Obmann: Quereinsteiger Manuel Brunner.

Zwölf Kandidaten, verrät der 38-jährige Familienvater, habe er bislang auf seiner Liste: „Mein Ziel sind zwanzig Kandidaten. Es sind also noch einige Sessel frei.“ An seine Kandidaten stellt Brunner entsprechende Bedingungen: „Sie müssen die Parteilinie der Ortspartei vertreten. Vorfälle wie den Hitler-Gruß in Loosdorf wird es bei uns nicht geben.“

In der Gemeindepolitik fordert der neue FPÖ-Ortsparteichef mehr aktive Transparenz bei allen Vorhaben sowie Mitbestimmung der Bürger bei wichtigen Fragen. „Mir schwebt eine Bürgerplattform vor, die als Ideengeber agiert, mit den Themen Bildung, Entwicklung, Identität, Wohnen, Umwelt, Mobilität, Sport und Klima. Da müssen alle Parteien an einem Strang ziehen.“ Beim Ausbau der Infrastruktur steht für Brunner die Frage der Sicherheit im Vordergrund: „Sichere Schulwege, sichere Rad- und Fußwege und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sollten selbstverständlich sein.“ Um die Verkehrslage zu entschärfen, müsse der Kreisverkehr bei der Avanti-Tankstelle endlich verwirklicht werden.

Für seine Heimatgemeinde hat der neue FPÖ-Obmann große Pläne: „Purgstall soll die Nummer eins im Bezirk werden. Mit einem guten Marketing-Konzept kann man viel bewirken. Dazu müssen wir unser Potenzial und unsere geografische Lage nutzen.“ Junge Leute und Familien will Brunner durch leistbares Wohnen im Ort halten: „Die Leute sollen gern hierbleiben, weil man hier gut lebt. Das gilt auch für die Landwirte. Da muss ein Konzept her, um Abwanderung und Bauernsterben zu verhindern.“ Brunners Leitspruch: „Die Gemeinde sanieren, statt finanziell ruinieren.“ Kleine Wünsche könne man auch mit Sponsoring erfüllen: „So könnte man etwa einen Eislaufplatz finanzieren.“

Bei ÖVP, SPÖ und Grüne stehen nur Spitzen fest

Die anderen Fraktionen halten sich in Bezug auf ihre Kandidatenlisten noch bedeckt. SPÖ-Ortsparteiobmann Josef Fuchs wird für seine Partei noch einmal als Spitzenkandidat ins Rennen gehen. Seine Kandidatenliste soll das Parteigremium am 26. November absegnen. „Es werden einige Überraschungen dabei sein, Quereinsteiger und Parteilose“, lässt Fuchs wissen.

Mit Christian Müller haben auch die Grünen einen bereits bestens bekannten Kandidaten an der Spitze. Mit Matthias Dollfuss, der bereits bei den Nationalratswahlen für die Grünen kandidierte, hat Müller einen neuen Mitstreiter für die Gemeinderatswahlen gefunden. „Die anderen Namen auf der Liste werden wir erst am Ende der Einreichfrist präsentieren“, kündigt der Grünen-Chef an.

ÖVP-Bürgermeister Harald Riemer hat sein Team großteils zusammengestellt, präsentieren wird er die 35 ÖVP-Kandidaten im Dezember. „Es werden viele Gemeinderäte dabei sein, aber auch einige neue Gesichter. Am meisten freut mich, dass alle gleich ja gesagt haben.“ Finalisiert werde die Kandidatenliste erst nach der ÖVP-Parteivorstandssitzung Ende November, in der auch über das Wahlmodell entschieden werde. An seiner Politik werde sich auch nach der Gemeinderatswahl nichts ändern: „Gute Zusammenarbeit aller Fraktionen steht im Vordergrund.“