Gästehaus Veronika: „Im Haus ist es stiller als sonst“. Im Gästehaus Veronika in Purgstall soll die Adventsstimmung nicht verloren gehen. Gemeinsam wird gebastelt und gesungen.

Von Karin Katona. Erstellt am 28. November 2020 (06:15)
440_0008_7981615_erl48pgs_gaestehausveronika_3.jpg
Elisabeth Selner und Veronika Lang mit den Bewohnern des Gästehauses Veronika. Derzeit gibt es Außenkontakte nur vom Balkon aus, ein Besucher pro Woche mit negativem Coronatest ist erlaubt. „Wir sind eine starke Gemeinschaft, niemand muss einsam sein“, sagt Elisabeth Selner.
Karin Katona

Einen Vorgeschmack auf den Advent gibt es bereits im Innenhof des Gästehauses Veronika am Alois-Fragner-Platz. Den Brunnen ziert ein großer Adventkranz, zwei leuchtende Engel stehen daneben.

„Wir bemühen uns, unsere Bewohner den Lockdown so wenig wie möglich spüren zu lassen. Aber im Haus ist es stiller als sonst“, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Selner. „Die Aktivitäten in größeren Gruppen, die Feiern, der Musiknachmittag – das alles fällt jetzt weg. Auch die Bewegungseinheiten in der großen Gruppe, so wie wir sie sonst machen, sind derzeit nicht möglich.“ Gar zu groß solle die Stille aber nicht werden. „Die Aktivitäten wie Basteln, Bewegungseinheiten oder Singen finden jetzt eben in kleineren Gruppen statt“, sagt Selner. „Wichtig ist ja nicht die große Action, sondern dass man sich mit den Menschen beschäftigt und sie nicht allein lässt. Dann merkt man, dass sie dafür eigentlich am dankbarsten sind.“

Darüber hinaus stehe der Kontakt mit den Angehörigen an erster Stelle: „Wir können viel tun, die Einsamkeit nehmen, Beschäftigung anbieten. Aber die Familie können wir nicht ersetzen.“ An den Betreuern liege es jetzt, den Austausch mit der Familie zu regeln.

Nur einen Besucher pro Woche darf jeder der 50 Bewohner empfangen, die Person muss einen negativen Corona-Test vorweisen können. „Das funktioniert sehr gut. Es sind alle sehr diszipliniert“, sagt Elisabeth Selner. Und es zeigt Wirkung: Im Heim hat es noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben. „Zwischendurch organisieren wir Kontakte mit der Familie über Facetime. Da kommen wir auch den Wünschen der Angehörigen entgegen“, sagt Selner. Die Heimbewohner, die noch mobil sind, dürfen auch spazieren gehen. „Alle beachten die Coronavorschriften, es klappt alles sehr gut“, lobt Elisabeth Selner ihre Schützlinge.

Ausfallen wird heuer auch die übliche große Weihnachtsfeier mit Blasmusik, zu der stets auch die Angehörigen eingeladen sind. „Diese Feier hat allen immer viel bedeutet, alle haben sich sehr darauf gefreut“, sagt Elisabeth Selner. „Es ist sehr traurig, dass die Feier in der gewohnten Form heuer nicht stattfinden kann. Aber ich verspreche, dass wir sie nicht ganz ausfallen lassen. Wir werden uns eine Alternative überlegen, wie wir feiern können.“