„Hofer-Zufahrt ist eine Gefahr für Kinder“. Gemeinde macht Zustimmung von Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer abhängig.

Von Karin Katona. Erstellt am 29. Juni 2018 (05:00)
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Die geplante Zu- und Abfahrt der Purgstaller Filiale der Hofer KG soll Kunden aus Richtung Wieselburg einen direkten Weg von der LB25 ermöglichen. Kunden, die von Scheibbs Richtung Wieselburg fahren, müssen weiterhin über die Kreuzung beim Sportplatz zufahren.
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Die gewerbebehördliche Genehmigung für die Errichtung einer weiteren Zu- und Abfahrt zu ihrer Purgstaller Filiale über die LB25 hat die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs der Hofer KG bereits erteilt. Am 2. Juli um 9 Uhr geht es bei der Verkehrsverhandlung auf dem Gemeindeamt darum, ob die Verwirklichung der Zufahrt auch für die betroffenen Verkehrsteilnehmer zu keinem Nachteil führt.

Durch einen Fahrbahnteiler im Anschluss an die Ampelkreuzung beim Feuerwehrhaus sollen Hofer-Kunden aus Wieselburg noch schneller zum Einkaufen kommen, was zur Unterbrechung eines Gehsteiges führen würde (die NÖN berichtete). Die Bewohner von Schauboden und der Pratersiedlung haben ihre Meinung dazu bereits via Facebook kundgemacht: „Die neue Hofer-Zufahrt nimmt uns die einzige sichere Möglichkeit, zu Fuß oder per Rad in den Ortskern zu kommen. Das nehmen wir nicht hin.“

Für Schulklassen der Weg zum Sportplatz

Durch eine Verkehrszählung am vergangenen Donnerstag hat die Gemeinde nun erhoben, wie viele Radfahrer und Fußgänger zu den Spitzenverkehrszeiten am Vor- und Nachmittag die „Hofer-Route“ benützen. Das Resultat: Unter den Benützern des Gehsteigs am fraglichen Tag waren unter anderem zwei Klassen der Volksschule Purgstall. „Wir besuchen mit den Kindern oft die Praterschlucht und nützen auch das Angebot auf dem Sportplatz“, erklärt Volksschuldirektorin Manuela Gutlederer.

Mit Klassen von 20 bis 22 Kindern entlang der stark befahrenen Bundesstraße kein leichtes Unterfangen: „Der einzige sichere Weg entlang der LB25 ist über den Gehsteig von der Parkgasse über die Brücke bis zur Kreuzung beim Sportplatz. Durch eine Unterbrechung des Gehsteiges käme noch eine erhebliche Gefahrenquelle hinzu.“ Die Unterbrechung des sicheren Gehsteigs durch die Hofer-Zufahrt würde also unter anderem nicht nur viele Kinder auf dem Schulweg treffen, sondern auch Klassen der Volksschule und NMS, die mit ihren Lehrern zum Wandern oder Sport in die Praterschlucht oder zum Sportplatz unterwegs sind.

„Die Situation ist schon jetzt nicht optimal“

Die Gemeinde wird der Hofer-Zufahrt – wie Bürgermeister Christoph Trampler bestätigt – nur zustimmen, wenn im Gegenzug eine Verbesserung der Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger garantiert werden kann. „Die Situation ist schon jetzt alles andere als optimal“, weiß der Ortschef.

„Wir werden uns mit Nachdruck für eine Lösung einsetzen und dabei alle Möglichkeiten ausschöpfen.“ Ein zusätzlicher Termin mit einem Verkehrssachverständigen vor der Verhandlung sei bereits vereinbart. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir zu einer guten gemeinsamen Lösung kommen.“

Die Bürger fordert Trampler auf, sich zu informieren und die Gemeinde zu unterstützen: „Es soll ein offener Prozess sein. Die Dokumente liegen für jeden einsehbar auf der Gemeinde auf. Ich bitte um konstruktive Vorschläge statt, wie das kürzlich der Fall war, Angriffen auf Facebook.“ Thema wird die Causa auch in der kommenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 27. Juni, 19 Uhr sein.