Kraftwerk: Stillstand seit Juli. Seit insolvente Baufirma Bagger abgezogen hat, ist Kraftwerksbaustelle im Naturdenkmal verwaist.

Von Karin Katona. Erstellt am 29. November 2018 (04:00)
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Während die Baustelle an der Lautermühl-Sohlstufe im Naturdenkmal Erlaufschlucht still steht, machen sich Anrainer Sorgen: Durch die im Flussbett liegenden Steinblöcke hat sich die Strömung des Wassers verändert.
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Schon zehn Jahre ist es her, dass die Pläne von Schlossbesitzer Klement Florian, ein E-Werk an der Lautermühl-Sohlstufe im Naturdenkmal Erlaufschlucht zu errichten, für Aufruhr sorgten. Nach langem Hin und Her wurde das Projekt 2013 bewilligt, nach einer Übernahme durch die Kapsch Holding rückten im Frühsommer 2017 schließlich die Bagger an.

Doch über die Errichtung einer Baustraße vom Schlosspark in die Erlaufschlucht kam das ausführende Bauunternehmen alpinel aus Tirol nicht hinaus. Nach ihrer Insolvenz im Juli zog die Firma ihre Baufahrzeuge ab. Zurück blieb eine halb vollendete Rampe in die Erlauf, die in Folge von einem Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Purgstaller Firma Schönhofer erhielt daraufhin den Auftrag, die Baustraße zu reparieren und zu befestigen.

„Wir haben Befestigungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt“, berichtet Prokurist Johann Höller. „Seit fünf Monaten ist auf der Baustelle nichts geschehen und die Zustände werden immer schlimmer“, ärgert sich Anrainerin Gerda Petkov. „Generell kommentieren wir keine laufenden Verfahren“, sagt Marian Dabrovsky vom Kraftwerks-Errichter Kapsch Holding zur Situation. „Wir sind noch beim Evaluieren der Situation. Es stehen mehrere Baufirmen zur Diskussion, aber es gibt noch keine Entscheidung.“

„Unterspülungen an Wehr und Ufer stärker“

Besondere Sorgen machen Anrainerin Gerda Petkov die Verengung des Flussbetts durch die Baustelle und die in der Erlauf liegenden Felsbrocken: „Dadurch hat sich die Fließrichtung verlagert. Die Unterspülungen an der Wehr und den Felsen in der Umgebung werden immer schlimmer, was ein Risiko für mein Haus und das meines Nachbarn bedeutet. Dort sind schon Stücke eines überhängenden Felsens abgebröckelt.“

Von Seiten der Bezirkshauptmannschaft sei eine regelmäßige Kontrolle der Baustelle zugesichert worden: „Ich habe nicht das Gefühl, dass das ernst genommen wird und habe schon mehrmals Anzeige erstattet.“ Eine ökologische Bauaufsicht sei eine bescheidmäßige Auflage, die selbstverständlich eingehalten werde, kontert Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Pehofer. „Das sind unabhängige Experten, die als verlängerter Arm der Behörde dienen und Missstände melden.“ Darüber hinaus werde die Behörde bei jeder Anzeige unverzüglich aktiv.