Mehr Müll fällt an. Abfallentsorgung AWÖ und GVU sorgen dafür, dass Menschen auch in Quarantäne-Zeiten nicht im eigenen Müll ersticken.

Von Karin Katona. Erstellt am 10. April 2020 (04:56)
„Helden des Alltags“ – Leopold Affengruber gehört zu einem der Teams des AWÖ (Abfallwirtschaft Ötscherland Entsorgungs GesmbH), die auch während der Coronakrise für die reibungslose Müllentsorgung im Scheibbser Bezirk sorgen.
Karin Katona

Auch sie sind Helden des Alltags, nicht nur in Coronazeiten: Die Menschen, die dafür sorgen, dass der Müll vorschriftsgemäß entsorgt wird. „Wir kommen zu jedem Haus im Bezirk und somit sind unsere Mitarbeiter auch einer besonderen Gefahr ausgesetzt“, sagt Johann Jaidhauser, Chef über die Müllwagen-Flotte der Abfallwirtschaft Ötscherland Entsorgungs GesmbH (AWÖ). „Es könnte jederzeit virenverseuchtes Material im Müll sein.“ Der AWÖ achte darauf, dass seine Versorgungsteams untereinander keinen Kontakt haben. „Ein Team bleibt zuhause, das andere arbeitet. So können wir die Entsorgungssicherheit garantieren“, sagt Jaidhauser.

Ebenfalls die Stellung halten Johann Wurzenberger und die Mitarbeiter des Abfallsammelzentrums des Gemeindeverbandes für Umweltschutz (GVU) in Purgstall. „Das gehört zu unserer Arbeitsmoral. Wir halten Abstand, halten die Sicherheitsbestimmungen ein, aber wir sind für die Leute da – zu den üblichen Öffnungszeiten.“ Besonders rund um die Feiertage ist für die Müllmänner viel zu tun: „Viele Leute machen Osterputz, jetzt, wo sie mehr zuhause sind, auch so manche Entrümpelung. Da merkt man schon, dass mehr Müll anfällt. Derzeit haben wir eine Steigerung von zehn bis 15 Prozent“, weiß Wurzenberger.

„Der Müll ist ein Spiegel dessen, was in der Gesellschaft gerade passiert“, spricht AWÖ-Chef Johann Jaidhauser aus 30-jähriger Erfahrung. „Man sieht auch, wer was kauft und wo.“ In den vergangenen Wochen sei besonders viel Verpackungsmaterial im Müll gelandet: „Die Menschen kaufen aus Vorsicht wieder mehr verpackte Waren. Dadurch wächst auch wieder der Plastikabfall.“