Mit Breitband in die Zukunft. Wenn sich 40 Prozent aller Haushalte anmelden, errichtet nöGIG in Purgstall ein flächendeckendes Breitbandnetz.

Von Karin Katona. Erstellt am 22. Mai 2020 (03:45)
ÖVP-Vizebürgermeister Erik Hofreiter, SPÖ-Obmann Sepp Fuchs, ÖVP-Bürgermeister Harald Riemer, FPÖ-Obmann Manuel Brunner und Grünen-Obmann und Breitbandbeauftragter Christian Müller (von links).
Karin Katona

Einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft möchte schon bald die Gemeinde Purgstall tun. Die Möglichkeit dazu bietet sich durch das Niederösterreichische Modell für Breitbandausbau in ländlichen Gebieten, bei dem die nöGIG (Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft) im vorgesehenen Ausbaugebiet ein flächendeckendes Glasfasernetz errichten wird. Voraussetzung: 40 Prozent der Haushalte in den für den Ausbau vorgesehenen Gebieten müssen bis 31. Juli zustimmen.

„Die nöGIG würde bei uns eine zukunftsweisende Infrastruktur im Wert von drei Millionen Euro errichten. Für die Gemeinde fallen dabei keine Kosten an. Nutzen wir diese einmalige Chance“, appelliert Bürgermeister Harald Riemer. „Wenn alles läuft wie geplant, kann der Ausbau noch in diesem Jahr starten.“ Zunächst soll der Netzausbau im Ortszentrum, den umliegenden Siedlungen und in Feichsen erfolgen. Dieser erste Schritt, erklärt der Ortschef weiter, sei die wichtigste Voraussetzung für die weitere Erschließung des gesamten Gemeindegebiets auch in den weiter außen liegenden Ortsteilen.

„Wir können schon bald zu den wenigen Gemeinden gehören, die flächendeckendes Breitband bieten.“Christian Müller, Purgstaller Breitbandbeauftragter

Breitband-Beauftragter Christian Müller erklärt das Modell: „Nach der Bestellung – online oder auf der Gemeinde – wird die Glasfaserinfrastruktur bis zur Grundstücksgrenze gebaut. Per Post bekommt man ein kostenloses Starpaket mit einer detaillierten Anleitung für die Hausinstallation. Der Diensteanbieter ist frei wählbar.“ Die Bestellung zum Aktionspreis von 300 Euro pro Anschluss ist nur bis 31. Juli möglich. „Purgstall erfüllt wichtige Voraussetzungen. So haben wir in den vergangenen Jahren bei allen Bauprojekten in Kooperation mit der Firma Gamsjäger Leerrohre für Glasfaser mitverlegt“, erklärt Breitbandbeauftragter und Obmann der Purgstaller Grünen, Christian Müller. „Was den Breitbandausbau betrifft, ist ein großer Teil von Niederösterreich noch ein weißer Fleck. Die wenigsten Gemeinden im ländlichen Raum können ein flächendeckendes Glasfasernetz bieten. Wir wollen ein Vorbild sein und zu den ersten gehören, die von dem neuen Breitbandausbau-Modell profitieren.“ Informationen zum nöGIG-Projekt gibt es auf www.purgstall-erlauf.gv.at

Für die Kunden der Firma Gamsjäger, dem bisher einzigen Anbieter von Glasfaser-Internet in Purgstall, ändert sich durch das nöGIG-Projekt nichts. „Wir werden in Zukunft sowohl als Anbieter als auch als Partner der nöGIG auftreten“, erklärt Andreas Gamsjäger. „Das heißt, Internet von Gamsjäger gibt es entweder über die nöGIG oder direkt von uns.“