Der ganze Rote Platz war Bühne für Militärmusik. Vier Burschen aus dem Bezirk spielten mit der NÖ Militärmusik vor Publikum, von dem so mancher Popstar träumen würde.

Von Karin Katona. Erstellt am 12. September 2017 (05:55)
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Zehn Tage, zehn ausverkaufte Konzerte mit jeweils 10.000 Besuchern, zusammen musizieren mit 1.500 anderen Musikern – vier junge Burschen aus dem Bezirk haben nach einer Konzertreise mit der NÖ Militärkapelle nach Moskau ein Musikerlebnis der Superlative hinter sich.

Matthias Fried (Trompete) aus Oberndorf, Josef Fuchs (Posaune) aus Scheibbs sowie Jakob Höhlmüller (Klarinette) und Johannes Zulehner (Flügelhorn) aus Purgstall haben sich als Mitglieder der Militärmusik NÖ 14 Monate lang verpflichtet. „Manche Freunde haben sich gewundert, dass ich so lange freiwillig zum Heer gehe, aber das war es definitiv wert“, sagt Jakob Höhlmüller. „Wir haben so viel erlebt, so viele Konzerte gespielt, sind in verschiedenste Länder gereist. Moskau war der krönende Abschluss“, schwärmt Josef Fuchs.

27 Kapellen aus 13 Ländern sind bei dem Militärmusikspektakel auf dem Roten Platz an neun Tagen hintereinander aufmarschiert und haben, begleitet von einer beeindruckenden Lichtshow und einem Mega-Feuerwerk, und haben ein fulminantes Drei-Stunden-Konzert gespielt.

„Beim Radetzkymarsch klatschten alle mit“

„Die Stimmung war unglaublich. Das Publikum war total begeistert, besonders bei Radetzkymarsch und Donauwalzer haben alle mitgeklatscht“, erzählt Johannes Zulehner. Beim Marschieren bildeten die Musiker die Buchstaben A und R für Österreich und Russland: „Das ist sehr gut angekommen.“ Das Ende jedes Konzerts war ein gemeinsamer Auftritt aller Kapellen. „Das war schon gewaltig“, schildert Matthias Fried: „Auch wenn es sehr schwierig war, mit so vielen anderen zusammenzuspielen. Besonders die Dudelsäcke, die ganz in unserer Nähe gestanden sind, waren eine Herausforderung!“

Auch wenn der Konzertauftritt auf dem Roten Platz wegen des tollen Erfolgs vielleicht im nächsten Jahr wiederholt werden wird – Jakob, Johannes, Josef und Matthias werden nicht mehr dabei sein. Für sie heißt es mit dem Abrüsten Ende Oktober Abschied nehmen von der Militärmusik. „Es war für uns alle eine einzigartige Gelegenheit, das Hobby eine Zeit lang zum Beruf zu machen“, sagt Jakob Höhlmüller. „Jetzt wünschen wir den Neuen, dass sie ebenso schöne Dinge erleben wie wir“, fügt Josef Fuchs hinzu.