Neue Caritas-Leiterin: „Man sieht Menschen aufblühen“. Melitta Eder übergab die Leitung der Caritas-Betreuungsnachmittage an Margit Jäger-Pils. Die NÖN bat beide zum Gespräch.

Von Karin Katona. Erstellt am 18. Juli 2019 (04:00)
Karin Katona
Margit Jäger-Pils (links) leitet seit zwei Jahren die Caritas-Betreuungsnachmittage in Purgstall. Jetzt übernimmt sie von Melitta Eder zusätzlich die Leitung der Nachmittage in Oberndorf. Alle Caritas-Sozialstationen im Bezirk bieten Betreuungsnachmittage an.

Melitta Eder legt die Leitung der Oberndorfer Betreuungsnachmittage in die Hände von Margit Jäger-Pils, die auch die Nachmittage in Purgstall organisiert.

NÖN: Wie genau organisiert man einen Betreuungsnachmittag?

Eder: Zuerst braucht man eine gute Idee, aber daran ist meistens kein Mangel. Wir haben verschiedene Themenschwerpunkte, die auch entsprechend vorbereitet werden müssen, inklusive Material zum Mit-nach-Hause-Nehmen, wie etwa Denkaufgaben und Rätsel.

Jäger-Pils: Da wir auch Ausflüge und Exkursionen machen, muss auch der Transport gut organisiert werden. Und wer zu den Betreuungsnachmittagen nicht selbstständig kommen kann, wird natürlich auch abgeholt.

Warum kommen die Menschen zu den Betreuungsnachmittagen?

Jäger-Pils: Wir bieten Gedächtnistraining, Spiele, Anregungen verschiedenster Art an. Die Treffen sollen für die Teilnehmer eine geistige Anregung sein. Sie kommen aus dem Haus, treffen Menschen, denen es ähnlich geht wie ihnen. Und sie erfahren, dass sie noch vieles können, was sie sich gar nicht mehr zugetraut haben. Es ist schön zu sehen, wie sie dann aufblühen.

Eder: Von dem Moment an, wo sie die Einladung bekommen, wird der Alltag durchbrochen. Man erfährt das Thema, kann schon einmal darüber nachdenken. Man hat etwas, auf das man sich freuen kann. Man erlebt etwas, von dem man zuhause erzählen kann. Nicht nur von den Teilnehmern, sondern auch von den Angehörigen bekommen wir viel Positives zurück.

Warum tut man sich die Leitung der Betreuungsnachmittage an?

Eder: Weil es eine tolle Herausforderung ist. Ich habe es 12 Jahre lang sehr, sehr gern gemacht. Man gibt nicht nur, man bekommt auch sehr viel zurück. Ich wollte mich rechtzeitig zurückziehen, damit bis zu meiner Pensionierung noch eine jüngere Nachfolgerin hineinwachsen kann.

Jäger-Pils: Stimmt, es ist aufwendig, aber dafür ist es auch spannend, lustig, nie langweilig. Man kommt mit so vielen Menschen zusammen und ist in allen Bereichen gefordert. Man kann es nicht einfach nebenbei machen, sondern muss voll bei der Sache sein. Es ist wichtig, sich auf die Menschen einzustellen, alle einzubeziehen, zu schauen, dass jeder gefördert wird und niemand sich ausgeschlossen fühlt.

Kann man jederzeit zu den Betreuungsnachmittagen kommen?

Jäger-Pils: Ja, man meldet sich einfach in der Sozialstation an. Der erste Nachmittag ist gratis. Angehörige sind willkommen.