Neue Kamera am Bahnübergang Freithöhstraße installiert. Kamera am Bahnübergang Freithöhstraße in Purgstall soll Verkehrssünder erfassen und längerfristig für mehr Sicherheit sorgen.

Von Karin Katona. Erstellt am 20. November 2020 (06:37)
An diesem Bahnübergang starben vor fünf Jahren zwei Erwachsene und drei Kinder. Der Fahrer hatte die Stopptafel vor den Bahngleisen missachte. Seither gibt es eine Warnlichtanlaget.
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Die Eisenbahnkreuzung Freithöhstraße in Purgstall ist ein Ort mit einer dunklen Geschichte: Hier überquerte ein junger Familienvater mit seinem Minivan ohne anzuhalten die Gleisanlage, das Auto wurde vom Zug erfasst, zwei Erwachsene und drei Kinder starben. Nach dem Unfall wurde an der Bahnkreuzung eine Warnanlage angebracht.

Jetzt planen die ÖBB, am Bahnübergang eine Rotlichtüberwachung zu installieren. „Die Kamera dient dazu, Pkw zu erheben, die bei Rotlicht und somit widerrechtlich die Haltelinie überfahren und noch in die Eisenbahnkreuzung einfahren“, sagt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB für Niederösterreich. „Die Rotlichtkamera wurde auf Basis eines Bescheids der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs errichtet, die erhobenen Daten werden an diese weitergeleitet.“ Die Anlage, sagt Seif, sei dauerhaft vorgesehen. Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Pehofer nennt den Grund: „Durch die Erfassung wird vor allem eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erzielt und die Akzeptanz der Fahrzeuglenker für die Einhaltung des Warnlichtes erhöht. In diesem Zusammenhang ergibt sich durch die Einrichtung einer Rotlichtüberwachung auch eine Erhöhung der Verkehrssicherheit im Zuge der Bahnstrecke.“

Nach dem schrecklichen Zugunfall 2015 war das Problem der zahlreichen unbeschrankten Bahnübergänge an der Erlauftalbahn wieder in den Fokus der Behörden gerückt. „Die Polizei hat in den Monaten nach dem Unfall von der Bezirkshauptmannschaft den Auftrag bekommen, dem Unfallort und anderen Bahnübergängen verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen“, sagt Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger. Das Ergebnis der Verkehrskontrollen war erschreckend: Zwei Drittel der Autofahrer missachteten die Stopptafeln, viele waren zu schnell unterwegs. Seit der Aufstellung der Warnanlage beim Bahnübergang Freithöhstraße und der verstärkten Polizeikontrollen sei das Verhalten der Autofahrer aber besser geworden.

Eine weitere Auskunft von ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif lässt auf eine andere Lösung hoffen: „Entlang der Erlauftal strecke finden zur Zeit positive Gespräche mit Gemeinden über notwendige oder erforderliche Ersatzmaßnahmen in Bezug auf die Auflassungen von Bahnübergängen statt.“