Obstbäume sind unser Kulturgut

Erstellt am 07. Mai 2022 | 04:56
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8346034_erl18pgs_obstbaumbluete_3.jpg
Kulturgut Streuobstwiese: Ein Mostbirnbaum kann 200 bis 300 Jahre alt werden.
Foto: Katona
Gleichzeitig mit der Birnbaumblüte fand der „Tag der Streuobstwiese“ in Purgstall statt.
Werbung

Man sagt, dass die Birnbäume einst „die Vierkanter gebaut“ hätten: Als Wirtschaftsfaktor war der Most im 18. und 19. Jahrhundert für die Region ein Segen. Solche und noch viele andere Geschichten über die charakteristischen Bäume hatte Engelbert Wieser, Obmann des Vereins Streuobsterhaltung Mostviertel, anlässlich der Pressekonferenz zum Tag der Streuobstwiese auf dem Purgstaller Mostlandhof zu erzählen: „Sauerstoffkraftwerk, Feinstaubfilter, Wasserspeicher und lebendes Insektenhotel – alle diese Funktionen erfüllt ein Streuobstbaum.“

„Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Bäume durch die Industrialisierung der Landwirtschaft an Bedeutung verloren“, erzählt Wieser. „Damit ist auch die für das Wachstum wichtige Pflege vernachlässigt worden.“ Doch die Rettung sei noch möglich: „Viele sind geschwächt und kränkeln, leiden unter Klimawandel und Trockenheit. Mit einem fachgerechten, regelmäßigen Verjüngungsschnitt kann man sie wieder zum Leben erwecken.“ Mit seinem Pilotprojekt für den Schnitt von Hochstamm-Birnbäumen hat der Verein Streuobsterhaltung Mostviertel bereits Pionierarbeit geleistet.

„Birnbaumblüte ist wie ein Paradies auf Erden“

„Blühende Streuobstbäume sind wie ein Paradies auf Erden. Auch die Früchte daraus sind wertvoll und die Produkte daraus ein Geschmackserlebnis“, betonte Hans Hartl, Obmann der ARGE Streuobst, in seiner Rede bei der Veranstaltung. Die ARGE stelle bei der UNESCO einen Antrag, den Streuobstbau in Österreich ins immaterielle Kulturerbe einzutragen. Auch die Leader-Region Tourismusverband Moststraße unterstütze die Pflege des Kulturguts Streuobst mit diversen Projekten rund um die Themen Streuobst und Most, hob deren Obfrau Michaela Hinterholzer hervor. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf bestätigte: „Die Mostbäume prägen das Landschaftsbild unserer schönen Heimat. Sie zu erhalten, ist unser Auftrag.“

440_0008_8346060_erl18pgs_streuobstwiese_3.jpg
Landeskammerrat Andreas Pum, Moststraßen-Obfrau Michaela Hinterholzer, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Engelbert Wieser, Obmann des Vereins Streuobsterhaltung Mostviertel, Vereinsvorstand Johannes Refenner, Hans Hartl (Obmann ARGE Streuobst Österreich), Andreas Selner, Obmann-Stellvertreter Verein Streuobsterhaltung Mostviertel und Mostbaron.
Foto: Streuobsterhaltung Mostviertel

Im Rahmen eines dreijähriges Pilotprojekts, das durch das Land NÖ mit 65.000 Euro unterstützt wird, sollen 450 Hochstammbirnbäume in den Leader-Regionen der Eisen- und Moststraße gepflegt werden.

Übrigens: Seit Jahren werden von der Moststraße Baumschnittkurse abgehalten. Info auf https://www.gockl.at/moststrasse/baumschnittkurse-2022.

Werbung