Plötzlich kam der Bagger. Das „Gärtnerhaus“, das einst zum Meierhof des Schlosses Purgstall gehörte, wurde abgerissen. Anrainer sind schockiert, Gemeinde argumentiert: „Entscheidung des Besitzers“.

Von Karin Katona. Erstellt am 12. Oktober 2017 (04:57)
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Das „Gärtnerhaus“ existiert nicht mehr. Der Besitzer, Klement Florian, hat das Gebäude abreißen lassen.
privat

War das „Gärtnerhaus“ ein schützenswertes Denkmal oder einfach nur ein altes, abbruchreifes Haus? Der Abriss des Gebäudes erfolgte schnell und überraschend und schockierte viele Purgstaller.

„Es ist schade um das Haus“, gibt auch Bürgermeister Christoph Trampler zu. „Aber es war sehr baufällig und kaum mehr zu retten.“ Die Gemeinde habe wohl überlegt, ob das Gärtnerhaus zu erhalten sei, doch: „Das Haus war im Privatbesitz von Klement Florian, es war seine Entscheidung, es abzureißen.“ Auch für das Bundesdenkmalamt Niederösterreich kommt der Abbruch des Gärtnerhauses unerwartet. „Es ist sehr bedauerlich, dass der Abriss so schnell erfolgt ist. Wir hatten keine Information, dass das Gebäude vom Abriss bedroht war. Eine Recherche, ob es schützenswert wäre, war daher nicht möglich“, berichtet die stellvertretende Abteilungsleiterin Margit Kohlert.

„Das Gärtnerhaus musste wegen der Pläne für eine neue Siedlung weichen“, sind die Anrainer überzeugt. „Das Haus war in einem sehr schlechten Zustand, das Obergeschoß nicht mehr betretbar“, sagt hingegen Architekt Walter Brandhofer. Haus- und Schlossbesitzer Klement Florian wollte zum Abriss keinen Kommentar abgeben.