Der Kuchl in den Topf geschaut. Seit mehr als zehn Jahren kochen Klienten der Lebenshilfe in der „Kuchl“ für andere Werkstätten und Wohngemeinschaften.

Von Karin Katona. Erstellt am 13. September 2019 (04:36)
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Werkstättenleiterin Ingrid Mock und Küchenchef Roland Beer mit dem Team der Lebenshilfe-Werkstätte „Kuchl“.
Kathrin Vogelauer

Auf den ersten Blick ist die „Kuchl“ in Rogatsboden eine Großküche wie viele andere. Die zehn Angestellten produzieren etwa 300 Essen pro Tag, die Kunden können jeweils aus zwei Varianten wählen. Das Besondere an der Küche sind ihre Mitarbeiter: Zehn Menschen mit besonderen Bedürfnissen arbeiten hier täglich mit Küchenchef Roland Beer und zwei Betreuerinnen.

Untergebracht ist die „Kuchl“ im ehemaligen Gasthaus Erber. Einst standen hier die Eltern von Landtagsabgeordnetem Anton Erber hinter der Schank. Jetzt wird hier, nach dem Umbau des Saals in eine Küche, nur noch Essen produziert, einen Wirtshausbetrieb gibt es nicht mehr. Gegründet wurde die Lebenshilfe-Betriebsküche auf Initiative des verstorbenen Regionalleiters Günther Kogler. Die Köche versorgen heute jeden Tag elf Lebenshilfe-Einrichtungen mit Essen und bieten je nach Bedarf auch Catering an.

Auch der Tagesablauf in der „Kuchl“ unterscheidet sich kaum von anderen Küchen: Dienstbeginn ist um 7.30 Uhr, dann muss zügig gearbeitet werden, denn ab 10 Uhr wird das Essen abgeholt, damit auch alle Kunden rechtzeitig zu Tisch gehen können. Nachdem die Mitarbeiter ihre Mittagspause gemacht haben, wird bis 16 Uhr aufgeräumt, sauber gemacht und schließlich alles für den kommenden Tag vorbereitet.

„Wir wollen ein Zeichen für gesunde Ernährung und regionale Qualität setzen"Küchenchef Roland Beer

Das geht dank gut eingespielter Zusammenarbeit rasch von der Hand. Voll dabei ist auch Verena Schagerl, Lehrling im 3. Lehrjahr. Sie ist bereits der zweite „Kuchl“-Lehrling. „Wenn Verena ausgelernt ist, werden wir wieder einen Lehrling suchen. Das hat sich sehr bewährt“, sagt Küchenchef Roland Beer.

Er und sein Team wollen beweisen, dass die „Kuchl“ nicht irgendeine Verpflegungseinrichtung ist: „Wir wollen ein Zeichen für gesunde Ernährung und regionale Qualität setzen und haben am Programm Vitalküche der NÖ Initiative „Tut gut!“ teilgenommen. Vor Kurzem haben wir Level zwei der dreiteiligen Stufen-Skala erreicht.“ Man wollte dem negativen Image der Großküche entgegenwirken und gesundes, ausgewogenes Essen bieten. „Es gibt immer etwas zu verbessern. Die Auszeichnung ist auch für uns ein Impuls, diesen Weg weiter zu gehen“, erklärt Beer.