Erstellt am 20. Januar 2017, 05:00

von Claudia Stöcklöcker

Sorgerechtsstreit: 22-Jährige erfand Belästigung. Um Vorteil in einem Sorgerechtsstreit zu bekommen, schlitterte Trio ins Kriminal. Richter: „Ist kein Kavaliersdelikt.“

 |  APA (dpa) hw/rf lof soe

Wegen falscher Beweisaussage vor der Polizei sitzt ein Pärchen (25 und 22 Jahre alt) und deren Freundin (26) vorm Richter. Um sich einen Vorteil in einem Sorgerechtsstreit zu verschaffen, soll das Paar die 26-Jährige dazu angestiftet haben, vor der Exekutive eine Anzeige gegen den Vater des Kindes der 22-Jährigen zu erstatten und zu behaupten, der Mann hätte ihr unsittliche Fotos geschickt.

„Ich sollte sagen, dass der Vater ihres Kindes mich belästigt und mir Fotos schickt, damit er ins Gefängnis kommt“, erzählt die 26-Jährige. Und weiters: „Beide haben gesagt, dass ich damit sehr behilflich wäre und dafür eine Überraschung bekäme.“ Ob des Versprechens erstattete die 26-Jährige dann tatsächlich Anzeige, Überraschung gab’s dann aber keine.

Strafrahmen: Bis zu drei Jahre Gefängnis

Die 22-Jährige gibt zu, sich einen Vorteil im Sorgerechtsstreit erhofft zu haben. „Ich hab’ sie nur um einen Gefallen gebeten. Und ausgemacht haben wir uns das gemeinsam“, erklärt sie und bereut. Nicht schuldig bekennt sich ihr Freund.

Der Strafrahmen beträgt bis zu drei Jahren Gefängnis. „Es handelt sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt“, wettert der Richter. Für das Pärchen setzt es wegen des Vergehens der falschen Beweisaussage als Bestimmungstäter je sechs Monate bedingt (nicht rechtskräftig).

Die 26-Jährige kommt mit 100 Stunden gemeinnütziger Leistung davon.