Tramplers Polit-Zukunft wackelt

Erstellt am 23. Oktober 2018 | 05:01
Lesezeit: 3 Min
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ÖVP-Bürgermeister Christoph Trampler, Purgstall
ÖVP-Bürgermeister Christoph Trampler
Foto: Karin Katona
Seit Dienstag ist Ortschef Christoph Trampler krank – wie es weitergeht, weiß man derzeit auch bei der ÖVP noch nicht.
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Ein Thema beherrschte in der Vorwoche die Marktgemeinde Purgstall: Was ist los mit Bürgermeister Christoph Trampler (ÖVP)? Hartnäckig hielt sich das Gerücht, er sei nach einer Parteisitzung am Montagabend zurückgetreten. Bis zu Redaktionsschluss lag aber auf dem Gemeindeamt noch kein Rücktrittsschreiben von Trampler vor.

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Vizebürgermeisterin Birgit Ressl: „Es gibt kein offizielles Rücktrittsansuchen.“
Foto: Katona

„Fakt ist, der Bürgermeister ist im Krankenstand. Bislang gibt es offiziell kein Rücktrittsansuchen“, lautet die Stellungnahme von ÖVP-Vizebürgermeisterin Birgit Ressl. „Er ist krank und es ist mehr als nur ein grippaler Infekt. Wie lange der Krankenstand dauert, kann derzeit keiner sagen. Auch nicht, wie es mittel- und langfristig weitergeht. Vorerst führt Vizebürgermeisterin Birgit Ressl die Gemeindegeschäfte und ich übernehme meine Verantwortung und kümmere mich um die Parteiangelegenheiten“, ergänzt ÖVP-Ortsparteiobmann-Stellvertreter Erik Hofreiter gegenüber der NÖN.

„Zusammenfassend ersuche ich Sie dringend um Ehrlichkeit in der Kommunikation mit der Bevölkerung. Hofer wird sich definitiv nicht als Spielball der Kommunalpolitik missbrauchen lassen.“Aus dem Brief der Hofer KG an Purgstalls Bürgermeister Christoph Trampler

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Parteiobmann-Stellvertreter Erik Hofreiter: „Es wurde parteiintern diskutiert.“
Foto: Katona

Was genau am Montag in dieser Fraktionssitzung passiert ist, wollte Hofreiter nicht verraten. Nur so viel: „Es ging auch um den Zielfindungsprozess in Richtung Gemeinderatswahl 2020, wie wir uns dahingehend aufstellen wollen und wie die Gemeindearbeit aktuell in der Bevölkerung gesehen wird. Da ist parteiintern einiges diskutiert und Tacheles gesprochen worden“, sagt Hofreiter.

Für zusätzliche Brisanz sorgte ein Rundmail von Grün-Gemeinderat Christian Müller an alle Gemeinderäte im Vorfeld dieser Sitzung mit einer Klarstellung der Hofer KG an Bürgermeister Trampler rund um die geplante zusätzliche Zufahrt mit direkter Abzweigung von der Erlauftalbundesstraße. „Dieses Schreiben zeigt klar auf, dass Bürgermeister Christoph Trampler den Gemeinderat und die Bevölkerung nicht ehrlich informiert hat. Ich frage mich, wie wir ihm da weiter vertrauen sollen? Daher erwäge ich auch den Schritt einen Misstrauensantrag gegen Bürgermeister Christoph Trampler einzubringen, sollte dieser nicht von sich aus in den nächsten Tagen zurücktreten. Ganz ehrlich, es wäre die allerletzte Maßnahme, die ich ergreifen möchte“, erklärte Müller gegenüber der NÖN.

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Grünen-Parteiobmann Christian Müller: „Erwäge Misstrauensantrag.“
Foto: Katona

Bringt Müller den Misstrauensantrag ein, müsste binnen vier Wochen eine Gemeinderatssitzung einberufen werden, in der über diesen Antrag abgestimmt werden muss. Bürgermeister Trampler hätte da zwar eine beratende Funktion, dürfte aber nicht mitstimmen. Zur Absetzung wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig (Mandatsstand: 18 ÖVP, 6 SPÖ, 3 Grüne, 2 FPÖ).

Soweit will Erik Hofreiter noch gar nicht denken. „Wichtig ist, dass Christoph Trampler sich schnell erholt und wieder gesund wird. Wie es dann politisch weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen und Wochen in Gesprächen klären.“

Christoph Trampler selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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