Traum erfüllt: Als Granny Au Pair in England

Friseurin Jutta Gloser erfüllte sich in der Pension einen Jugendtraum und lebte für ein halbes Jahr bei einer englischen Familie in Leicester – als Leih-Oma auf Zeit.

Erstellt am 20. Dezember 2019 | 03:54
Lesezeit: 2 Min
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Granny Au Pair Jutta Gloser (links) mit ihrer englischen Familie, Laila, Nada und Sara Elfawal.
Foto: privat

Nach einem halben Jahr als Leih-Oma in England zog Jutta Gloser (66) gemeinsam mit NÖN-Redakteurin Karin Katona Bilanz.

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NÖN: Granny Au Apair – war das eine spontane Sache?

Gloser: Ich hatte vor Jahren einmal davon gelesen und es hat einen alten Jugendtraum geweckt. Ich wollte als junges Mädchen immer eine Zeit nach England. Aber damals war das nicht möglich. Ich habe gedacht, das mache ich jetzt in der Pension.

Wie war das mit der Umstellung von Deutsch auf Englisch?

Gloser: Nicht einfach. Ich hatte gewisse Basis-Englischkenntnisse. Aber in der Praxis ist das doch etwas anderes. Und als bei der Ankunft meine Gastgeber zu spät kamen, und ich am Flughafen festgesessen bin, bin ich fast an meine Grenzen gestoßen.

Wie hat es dann im Alltag geklappt?

Gloser: Es ist dann schnell besser geworden. Und schließlich konnte ich dann sogar am Dialekt der Leute erkennen, ob jemand aus Leicester stammt oder nicht. Meine Familie war übrigens aus Ägypten und hat Englisch mit arabischem Akzent gesprochen, was für mich aber leichter zu verstehen war.

Wie ist es Ihnen mit den Kindern ergangen?

Gloser: Es waren zwei Mädchen im Alter von sieben und dreizehn Jahren. Die Größere war schon sehr selbstständig und hat mich nicht mehr so gebraucht. Meine Aufgabe war, die Kleine zur Schule zu bringen und wieder abzuholen und zuhause Zeit mit ihr zu verbringen.

Ihr Tagesablauf war also wie der eines richtigen Au Pairs?

Gloser: Ja, eigentlich schon. Bis zum Nachmittag konnte ich mir meine Zeit frei einteilen. In der Zeit habe ich auch die Hausarbeit und die Wäsche erledigt. Am Abend war ich dann für die Kinder da. Einmal in der Woche habe ich einen Englisch-Kurs besucht.

Wie konnten Sie zu den Kindern eine Beziehung aufbauen – in einer fremden Sprache?

Gloser: Es hat eine Weile gedauert. Ich musste mich ja selber erst einleben. Aber nach einiger Zeit habe ich mich wirklich wie ein Familienmitglied gefühlt. Die Großeltern der Kinder leben in Ägypten. Sie haben es sehr genossen, eine Oma zu haben.

Woran denken Sie gern zurück?

Gloser: Für eine Schulaufführung habe ich die Mädchen geschminkt und frisiert. Als ich dann im Publikum gesessen bin, war ich so stolz auf sie, fast so, als wären sie wirklich meine Enkel. Die sind ja schon groß.

Was hat Ihnen in England am besten gefallen?

Gloser: Mir hat in Leicester gefallen, dass es so eine Multi-Kulti-Stadt ist. Menschen der verschiedensten Kulturen leben friedlich beisammen.

Geht es bald wieder nach England?

Gloser: Im Nachhinein denke ich, ich hätte vielleicht noch ein halbes Jahr bleiben sollen. Aber ich genieße die Ruhe zuhause.