Verkehrsplanung: Miteinander ist möglich. Laut ausgiebigen Studien sorgen Begegnungszonen wirkungsvoll für Verkehrsberuhigung. Das will man sich rund um den Purgstaller Kirchenplatz zunutze machen.

Von Karin Katona. Erstellt am 10. Juli 2018 (04:50)
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Begegnungszone
Der Teil der Kirchenstraße beim neuen Kirchenplatz wird von der Durchzugsstraße zur Begegnungszone umfunktioniert, was gleichzeitig zu Belebung und Verkehrsberuhigung führt.
 
BBarch

Gleiche Rechte für alle Verkehrsteilnehmer, Verkehrsberuhigung und mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer – was wie eine Utopie klingt, kann in einer Begegnungszone Wirklichkeit werden. 120 Begegnungszonen sind seit 2013 österreichweit errichtet worden. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat sich nun zwölf davon näher angesehen. Das Ergebnis: Begegnungszonen an geeigneten Verkehrsflächen wirken sich positiv auf die Sicherheit aus.

Kirchenstraße
Im Moment präsentiert sich die Purgstaller Kirchenstraße als nicht sehr fußgängerfreundlich. Als Begegnungszone wird sie gleichberechtigter Raum für alle Verkehrsteilnehmer sein. 
Karin Katona

Ein Vorteil, den man auch in Purgstall nützen möchte: Im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses wird rund um den Kirchenplatz eine Begegnungszone entstehen. „Es hat dazu bereits Gespräche mit Spezialisten vom Kuratorium für Verkehrssicherheit gegeben und man hat uns bestätigt, dass die Randbedingungen bei uns in Purgstall passen“, verrät Architekt Walter Brandhofer vom Büro BBarch, das den Gestaltungswettbewerb für den Kirchenplatz gewonnen hat. „Die Begegnungszone ist ein Teil des neuen Kirchenplatzes und gehört zu dem Verkehrskonzept, das wir uns für den Ortskern vorstellen.“

„Verkehrsexperten bescheinigen uns ideale Bedingungen für eine Begegnungszone im Ortskern.“Walter Brandhofer, ´Architekturbüro BBarch

Zwei Wünsche, weiß Brandhofer, haben sich in den Bürgerfragebögen, die zu Beginn des Stadterneuerungsprojekts ausgegeben wurden, herauskristallisiert: Belebung im Ortskern bei gleichzeitiger Verkehrsberuhigung. „Eine Begegnungszone schafft einen optimalen Außenraum für Geschäfte, Gastronomie und Wohnen, alles Dinge, die wir hier ansiedeln wollen. Und sie ist auch eine wichtige Sicherheitszone für die Kinder, die auf dem Weg zu und von der Schule im Ortszentrum unterwegs sind.“

„Auf Plätzen funktionieren Begegnungszonen besonders gut, weil wir einen relativ gleichmäßigen Verkehrsablauf haben und ein gut funktionierendes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer möglich ist.“ Den Verkehr wolle man nicht ausschließen, sondern auf sanfte Weise steuern. Im Moment seien keine Fahrverbote vorgesehen: „Wir können nicht alle hinausdrängen. Es soll keine Fußgängerzone werden.“ Auch Parkplätze werden nicht verloren gehen: „Wir verlieren vier Parkplätze an der Kirchenstraße, aber im Rahmen der Stadterneuerung werden im Ortszentrum mehr als zehn Mal so viele geschaffen, alle mit einer Komfortbreite von 2,70 Meter.“

In Kürze wird das Ergebnis der vom Kuratorium für Verkehrssicherheit im Frühjahr vorgenommenen Verkehrszählung vorliegen, erklärt Architekt Walter Brandhofer. 2018 werde es noch Detailplanungen, Vorbereitungen und Ausschreibungen geben, Mitte 2019 werde der Baustart erfolgen, verspricht der Architekt.

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