Harald Riemer: „Heuriges Jahr wird spannend“

Harald Riemer hatte bei seiner Wahl keinen leichten Start. Auch in der Zukunft warten noch einige Baustellen auf ihn.

Aktualisiert am 08. Januar 2019 | 07:13
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Der 34-jährige Harald Riemer, dreifacher Familienvater, ist seit vergangenem Mittwoch Bürgermeister von Purgstall.
Foto: Karin Katona

Harald Riemer geht seinen neuen Job als Ortschef voller Elan an. Mit Karin Katona sprach er über Herausforderungen und Zukunftsvisionen.

NÖN: Gratuliere zur Bürgermeisterwahl. Was sagen Sie zur plötzlichen Gegenkandidatin?

Riemer: Ich war völlig unvorbereitet. Der Antrag zur Nominierung von Birgit Ressl kam ja erst eine Stunde vor Sitzungsbeginn.

Wie interpretieren Sie das Ergebnis 17 zu 11?

Riemer: Ich bin zwar mit Mehrheit gewählt worden, habe aber anscheinend doch im Vorfeld nicht alle überzeugen können. Diese bitte ich darum, mir eine faire Chance zu geben. Für sachliche Kritik werde ich immer ein offenes Ohr haben. Man soll mich an meiner Arbeit messen.

Wie schauen Ihre Arbeitstage im Moment aus?

Riemer: Im Moment bin ich dabei, viele Antrittsgespräche zu führen, mich einzuarbeiten, Termine mit Vereinen, Pfarrer, anderen Bürgermeistern und Politikern im Bezirk wahrzunehmen. Der erste öffentliche Auftritt wird der Neujahrsempfang am kommenden Donnerstag.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit im Gemeinderat vor?

Riemer: Ich werde noch mehr als bisher auch die Opposition in die Gemeindearbeit einbinden. Ich habe immer einen guten Draht zu allen gehabt, das habe ich durch meine bisherige Ausschussarbeit bewiesen. Alle sollen an einem Strang ziehen, nur gemeinsam können wir die Herausforderungen bewältigen.

Apropos Herausforderungen: Was werden Sie als Erstes angehen?

Riemer: Das kommende Jahr wird für Purgstall ein spannendes Jahr: Kanal, Wasser, Strom und die Breitbandverlegung im Ortszentrum werden von Anrainern und Verkehrsteilnehmern noch viel Geduld erfordern. Aber am Ende des Jahres ist mit der Fertigstellung des Kirchenplatzes der erste Schritt zur Ortskernbelebung gemacht.

Gerade das Projekt Kirchenplatz wird sehr kritisch gesehen ...

Riemer: Da wird es noch viel Überzeugungsarbeit brauchen. Aber ich bin mir sicher, dass das Endergebnis jedem gefallen wird und wir stolz darauf sein können. Ortskernbelebung gelingt natürlich nicht nur mit einem Platz allein, sondern Menschen sollen wieder im Zentrum arbeiten, einkaufen und medizinisch versorgt werden können.

Ist es sinnvoll, dafür fünf Millionen Euro auszugeben?

Riemer: Tatsache ist, dass wir die Förderung von der Stadterneuerung nur für dieses Projekt bekommen. Diese Chance haben wir nie wieder. Ich werde aber auf jeden Fall darauf achten, dass jedes Einsparungspotenzial genützt wird.

Was steht noch an in Purgstall?

Riemer: 2021 finden in Feichsen die Landes-Feuerwehrleistungsbewerbe statt. Da ist noch viel zu tun, damit wir uns gut präsentieren können. Um eine gute Lösung zu finden, braucht es da auch intensiven Einsatz seitens der Gemeinde. Dringend nötig neben dem Feuerwehrhaus-Zubau in Feichsen sind aber auch Sanierungen im Feuerwehrhaus Purgstall und in der Schule.

Viele halten Sie mit 34 für sehr jung für das Bürgermeisteramt – was sagen Sie dazu?

Riemer: Ich finde im Gegenteil, dass das ein Vorteil ist. Gerade, weil ich jung bin, kann ich mich zum Beispiel gut in die Lage junger Eltern hineinversetzen. Junge Familien sind die Zukunft der Gemeinde. Ich verstehe ihre Bedürfnisse und Sorgen.

Was ist Ihr längerfristiges Ziel?

Riemer: Wir haben im Moment finanziell so gut wie keine Bewegungsfreiheit. Daher ist das wichtigste Ziel, längerfristig die Gemeindefinanzen in den Griff zu bekommen.

Was macht einen guten Bürgermeister aus?

Riemer: Man muss für die Sache brennen. Ein stolzer Purgstaller sein, der seinen Ort weiterentwickeln will. Und ein offenes Ohr für alle haben.