Ein Green Building um 7 Millionen in Wieselburg. Am Dienstag erfolgte der Spatenstich für das neue multifunktionale Büroprojekt der Raiffeisenbank im Wieselburger Zentrum.

Von Christian Eplinger. Update am 04. Mai 2021 (18:02)

Dort wo aktuell noch eine große Baulücke prangt, soll im Mai oder Juni 2022 groß gefeiert werden. Die Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel errichtet am Areal des ehemaligen Wieselburger Feuerwehrhauses direkt am Rathausplatz ein viergeschoßiges, top-modernes und nachhaltiges Bürogebäude.

Am Dienstag erfolgte dazu der offizielle Spatenstich. Die NÖN bekam von den beiden Geschäftsleitern Leopold Grubhofer und Kurt Moser vorab exklusiv einen Blick auf die Pläne für das „multifunktionale Büroprojekt“.

Das viergeschoßige Bürogebäude, das an mehreren Ebenen mit der aktuellen Zentrale der Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel verbunden sein wird, wird auch das Wieselburger Stadtbild entsprechend verändern.

Dementsprechend sorgfältig und intensiv war auch die Planungsphase für das neue Gebäude.

„Wir haben einen Architektenwettbewerb ins Leben gerufen und einen eigenen Ausschuss gegründet, in den bei der Entscheidungsfindung auch die Wieselburger Regionalräte eingebunden wurden. Daraus ging das Projekt vom Ingenieurbüro Christian Ziegler aus Scheibbs als Sieger hervor. Den Ausschlag gaben die Gefälligkeit sowie die Zertifizierung als Green Building und Klima Aktiv Gebäude“, schildert Leopold Grubhofer. Diesem Vorschlag des Ausschusses ist schließlich auch der Vorstand gefolgt.

Nur regionale Firmen kommen zum Zug

Ziegler erhielt den Zuschlag und auch alle anderen bisher vergebenen Gewerke gingen an Firmen aus der Region: von der Baufirma Schweighofer aus St. Georgen/Leys (Baumeister) über Holzbau Winkler aus Wieselburg (Holzbau), die Firma Ratay aus Scheibbs (Fassade), die Firma Gützer aus Wieselburg (Fenster) bis hin zum Lagerhaus Mostviertel-Mitte (Dach). Für die Gewerke Heizung/Kühlung/Sanitär läuft die Ausschreibung gerade.

Mitten im Wieselburger Zentrum, dort wo bis Mitte Februar noch das alte Feuerwehrhaus stand, nutzt die Raiffeisenbank die vorhandene Grundstücksfläche zur Gänze aus. Rund 960 m 2 werden verbaut. Dazu kommt eine eigene Tiefgarage für die Mieter und Beschäftigten mit 26 Abstellplätzen. Von den knapp 2.400 m 2 Nutzfläche wird die Raiffeisenbank rund 1.700 m 2 selbst nutzen.

Innerbetrieblich große Synergieeffekte

„Wir ziehen Verwaltungseinheiten aus Scheibbs und Pöchlarn in Wieselburg zusammen. Dadurch erwarten wir bei innerbetrieblichen Prozessen große Synergieeffekte. Denn die Zerstreuung der Verwaltung auf mehrere Standorte ist banktechnisch nicht ideal. Insgesamt wird unser Team in der Wieselburger Zentrale um 45 Köpfe auf 100 Mitarbeiter anwachsen, ohne dass sich die Leistungen für die Kunden vor Ort in den anderen Standorten verändern“, erläutert Kurt Moser.

Die Bankfiliale in Wieselburg selbst wird vom Neubau unberührt bleiben. Einzig die Verbindungselemente und ein barrierefreier Eingang auf der Rückseite sind beim Altbau geplant. „Die anderen Standorte werden ebenfalls nichts verlieren. Im Gegenteil, wir haben auch dort schon Pläne. Aber eines nach dem anderen“, verspricht Grubhofer.

Drei Mieter: Polizei und Steuerberater schon fix

Neben den Büroflächen und Seminarräumen für die Bank wird es auch drei Mieter geben. Im Erdgeschoß wird künftig die Polizeiinspektion Wieselburg angesiedelt sein. Sie übersiedelt vom City Center in das neue Gebäude. Im ersten Obergeschoß wird die LBG Niederösterreich Steuerberatung GmbH eine neue Niederlassung auf 240 m2 gründen. „Im ersten Geschoß haben wir dieselbe Bürofläche noch zur Vermietung frei“, erklärt Moser.

So wie am Hauptgebäude wird das Dachgeschoß, das in Massivholzbau ausgeführt wird, einen zusätzlichen Saal beherbergen. Der kann einerseits mit dem bestehenden Saal verbunden, aber andererseits in Seminarräume unterteilt werden. Der Saal wird auch vermietet. „Das ist auch mit der Messe so abgesprochen. Wir wollen ja keine Konkurrenz zur Messe sein, sondern uns insgesamt beidseitig beleben“, sagt Grubhofer.

Ein weiteres Prunkstück des Gebäudes wird das Atrium werden. Ein begrünter Innenhof, der von allen Geschoßen aus zugänglich ist, und als Kommunikationszentrum und Erholungsraum im Gebäude dienen soll.

Insgesamt legt die Raiffeisenbank bei diesem Neubau Wert auf Nachhaltigkeit. Beheizt und gekühlt wird das Gebäude mit Grundwasserwärmepumpe und vollflächiger Deckenheizung und -kühlung. Die Heizlast von 56 kW entspricht fünf Einfamilienhäusern bei einer Größe von 19 Einfamilienhäusern. Mit einer Photovoltaikanlage am Dach und integriert in die Glasflächen der Fassade erzeugt man 45 kWp Strom und deckt damit rund ein Drittel des Strombedarfs selbst ab.

„Der Bau entspricht einem Niedrigstenergiehaus und rechtfertigt die Investitionssumme in allen Belangen“, freut sich Grubhofer. Insgesamt nimmt die Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel für dieses Green Building rund 7 Millionen Euro in die Hand.