Glas in seiner schönsten Form

Ilse Hobbiger fertigt seit über 20 Jahren gläserne Kunstwerke an. Wie alles begann und welche Hürden ihr das Corona-Virus auferlegte, schilderte sie der NÖN.

Erstellt am 07. November 2021 | 04:25
Ilse Hobbiger
NÖN-Mitarbeiterin Valerie Dallhammer bestaunt die feinen Glasarbeiten der Randegger Künstlerin Ilse Hobbiger in deren Atelier.
Foto: privat

„Mich haben die Arbeiten mit Glas schon immer fasziniert, also habe ich mich selbst daran versucht“, lautete die schlichte Antwort auf die Frage, wodurch die Künstlerin ihr Hobby für sich entdeckt habe. Seitdem hat sich einiges verändert: Ihr ursprüngliches Milieu, die Tiffany-Glaskunst, wie man sie von Kirchenfenstern kennt, verwarf sie bald wieder. Was ihr fehlte, war der Freiraum, eigene Werke zu schaffen und ihre Kreativität auszuleben: „Die Bleiglas-Technik ist zwar wunderschön, für mich aber viel zu akkurat.“ Ihr ansteckender Tatendrang und die Lust am Experimentieren haben sich im Laufe der Jahre keineswegs minimiert, im Gegenteil: Der Ideenreichtum der Querdenkerin scheint schier unendlich. Davon zeugen auch die unzähligen Glasskulpturen, die ihre hauseigene Werkstatt in ein buntes Farbspiel tauchen.

Weihnachtsmärkte als Kassenschlager

Im Hinblick auf die herannahende Adventzeit dreht sich bei Ilse Hobbiger nun alles um die Weihnachtsartikel ihres Repertoires. Dabei schwelgt die erfahrene Glasbrennerin in wohligen Erinnerungen an ihre erste kommerzielle Ausstellung am Weihnachtsmarkt des Haubiversums vor elf Jahren. „Damals haben sich meine Freunde abgewechselt, um mir während der vier Tage an meinem Stand Gesellschaft zu leisten.“

"Es muss nicht immer mehr werden.“Ilse Hobbiger

Weihnachtssterne, Engelchen, Schneeflocken & Co. sind heute noch zeitlose Verkaufsschlager und stellen somit die Haupteinnahmequelle von Ilse Hobbiger dar. Dementsprechend hoch waren die Einbußen in den Pandemie-Monaten: „Meine Einnahmen sind seit Corona-Beginn um mehr als die Hälfte zurückgegangen.“ Auch heuer sieht es mit dem Weihnachtsgeschäft mager aus: Der Perwarther Adventmarkt fällt weg, nach jetzigem Stand wird Ilse Hobbiger nur in Steinakirchen ausstellen. Im Vergleich zu anderen Kollegen schätzt sie sich dennoch glücklich, immerhin müsse sie mit ihrer Kunst nicht ihren Lebensunterhalt finanzieren. „Ich mache das, was mich interessiert, nicht, womit ich am meisten Geld verdiene. Es muss nicht immer mehr werden.“

Spenden für den guten Zweck

Doch die Pandemie hatte für Ilse Hobbiger auch positive Seiten: Der Sinneswandel und die Entschleunigung der Bevölkerung seien schon lange ausstehend. Man betrachte nur die Weihnachtsmärkte, bei denen die Besucher durch die zahllosen Stände in kitschiger Montur einer wahren Reizüberflutung ausgesetzt waren. „Alleine in unserer Region fanden früher bis zu zehn verschiedene Adventmärkte an einem Wochenende statt. Das war einfach zu viel“, zieht die Randeggerin Bilanz.

Ihrer alljährlichen Spendenaktion will sie jedoch auch weiterhin treu bleiben, da diese von den Leuten immer sehr geschätzt und unterstützt wurde. „Bei der Spende an die Familie eines verstorbenen Vaters brachten wir sogar 3.000 Euro zusammen“, erinnert sich die Philanthropin. Zudem setzt die Freischaffende auf ihre altbewährten Verkaufsmethoden: viel Mundpropaganda, Ausstellung bei Kundschaften, wie etwa dem Hofladen Pramreiter, sowie ein breites Kursangebot.

Letzteres bereitet sowohl der Künstlerin als auch den Teilnehmern besonders viel Spaß: „In meiner Werkstatt gibt es keine Regeln, jede Lade darf aufgemacht werden, man kann herumtüfteln und Neues ausprobieren. Es ist auch für mich jedes Mal wieder ein Nervenkitzel, zu sehen, was aus dem Ofen kommt.“