Pop-up-Store: Letzte Rettung für die Frühjahrs-Hochzeit. Damit Bräutigame noch rechtzeitig ihren Anzug finden, hat das Randegger Modehaus Steinecker das Bräutigam-Sortiment nach Oberösterreich verlegt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 20. April 2021 (18:22)
Kurzfristig wurde im Fashion-Store in Steyr eine eigene Abteilung für Bräutigam-Mode eingerichtet.
privat, privat

Ein Lockdown im April. Das ist für das Modehaus Steinecker mitten in der Hochzeitssaison eine „Watsche“ ins Gesicht, wie es Geschäftsführer Gottfried Steinecker ausdrückt. Seinen Ärger über die Verlängerung des Lockdowns in Niederösterreich hat er in eine gefinkelte Idee verwandelt.

NOEN

Kurzerhand hat das Steinecker-Team das gesamte Bräutigam-Sortiment vom 2.500 m² großen Stammhaus in Randegg in den Fashion Store nach Steyr (Oberösterreich) verfrachtet. Denn dort darf ja eingekauft werden.

„Ich weiß natürlich, dass Ausgangsbeschränkungen angesagt sind. Das muss jeder Kunde dann selbst entscheiden, ob er für diesen Einkauf seinen Bezirk oder sein Bundesland verlassen möchte“, sagt Steinecker. Solange sich Niederösterreich in der „Osterruhe“ befindet, können die Bräutigame bei Steinecker in Steyr ihre Outfits anprobieren. „Wir haben auch in Steyr eine Schneiderei vor Ort, können vor Ort also servicieren und schneidern“, informiert der Geschäftsführer.

Warum eigentlich nur die Männermode? Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. „Die Frauen haben ihre Kleider zum Großteil schon. Bei den Herren hatten wir eine sehr starke Nachfrage. Und: Die Brautmode zu verlegen, wäre bei der Größe ein zu großer logistischer Aufwand“, erklärt Steinecker.

„Den Modehandel trifft das schon gewaltig“

Was im Stammhaus in Randegg zurzeit möglich ist, ist das Änderungsservice. Neuberatungen sind nicht erlaubt. „Wenn die Bräute das Kleid schon haben und Änderungen notwendig sind, dann dürfen wir das machen. Das Konzept ‚Click und Collect‘ am Parkplatz funktioniert bei uns nicht. Ein Brautkleid muss schon probiert werden, bevor man es kauft“, ist sich der Modeunternehmer sicher.

Abgesehen von der Braut- und Bräutigammode bleiben auch die bereits eingekauften Kollektionen im Lager liegen. „Das ist unsere Hauptzeit. Nicht nur für die Hochzeiten, sondern auch die Frühjahrskollektion können wir uns dann behalten, wenn wir wieder aufsperren dürfen. Da ist dann schon die Sommermode gefragt“, sagt der Unternehmer.

Die Ware, die jetzt da ist, hat das Modehaus schon im August eingekauft. Da dachte niemand daran, dass die Situation im Frühjahr 2021 tatsächlich dieselbe sein wird wie im Vorjahr. „Die Lockdowns kommen immer zu unseren Hauptzeiten. Den Modehandel trifft das schon gewaltig, obwohl die Ansteckungen ja großteils im Privatbereich passieren. Aber büßen muss es der Handel, der nichts dafür kann“, meint er.