TV-Bericht wird ein Straßenfeger. Am Schauplatz Gericht: „Ein Dorf im Ausnahmezustand“ – so lautet der Titel des zweiten Teils der Schauplatz-Reportage über Randegg.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. Januar 2015 (14:49)
Am Dienstag drehten Peter Resetarits und sein Team von »Am Schauplatz Gericht« erneut in Randegg (im Bild am Hochkogel). Dieses Mal kam auch Bürgermeister außer Dienst Engelbert Wieser zu Wort, der in der ersten Sendung ein Interview noch abgelehnt hatte. Foto: privat
NOEN, privat

Am Donnerstag (22. Jänner) wird gegen 21.05 Uhr fast ganz Randegg vor den Fernsehschirmen sitzen und gespannt auf die Sendung in ORF 2 warten. Randegg ist zum zweiten Mal innerhalb von zehn Wochen im Mittelpunkt einer Reportage von „Am Schauplatz Gericht“. „Ein Dorf im Ausnahmezustand“ betitelt Peter Resetarits seine dieswöchige Sendung.

Nach erstem Bericht gingen Wogen hoch

Nach dem Bericht über die Familie Wagenhofer am 21. November gingen in Randegg aber auch in der „Am Schauplatz“-Redaktion beim ORF die Wogen hoch ( die NÖN berichtete ). Unterschriftenlisten gegen den ORF auf der einen Seite, Morddrohungen gegen Politiker auf der anderen Seite.

Selbst für Resetarits waren das „ungewöhnlich heftige Reaktionen – sowohl positive als auch negative“, wie er im NÖN-Gespräch mitteilte.

Resetarits verurteilt die Morddrohungen

„Wir haben daher beschlossen, uns die Geschichte noch einmal anzuschauen. Diesmal auch unter Mitwirkung der Personen, die bisher nicht Stellung nehmen wollten“, sagt Resetarits und versichert, dass „wir versuchen die subjektiven Sichtweisen der Konfliktgegner ausgewogen darzustellen. Die Zuschauer sollen sich daraus ihr Bild machen.“

Morddrohungen und wüste Beschimpfungen verurteilt Resetarits aufs Schärfste. Von der Unterschriftenliste und Politikerinterventionen lässt sich Resetarits dagegen nicht einschüchtern.

Mit Spannung erwartet auch Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger – an sie war die Morddrohung adressiert – die nächste Sendung am Donnerstag. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass das Bild von Randegg in der Öffentlichkeit wieder in ein korrektes Licht gerückt wird“, sagt die Ortschefin.

Zur Vorgeschichte: Am 20. November 2014 berichtete der ORF in der Sendung „Am Schauplatz“ über die angeblich ungerechte Behandlung des Landwirtes Leopold Wagenhofer und seiner Mutter Maria durch die Behörden. Es ging dabei um einen Streit zwischen den Wagenhofers und dem Betreiber des Gasthauses „Panoramaschenke“. Die Wagenhofers hatten sich wiederholt darüber beschwert, dass Besucher der Panoramaschenke auf ihrem Grundstück geparkt hatten. Dieser Streit soll im Oktober 2010 eskaliert sein: Beamte des Einsatzkommandos Cobra räumten das Anwesen der Wagenhofers, über das Haus wurde ein Betretungsverbot verhängt.

Im ORF-Bericht wurde die Geschichte so dargestellt, als wäre diese Aktion eine Retourkutsche der Gemeinde an den Wagenhofers. Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger bekam sogar Morddrohungen. Im ORF-Bericht unerwähnt blieb allerdings, dass die Räumung und die darauf folgende Sperre des Wagenhofer-Hauses wegen Gefahr im Verzug (aufgrund von Baumängeln) von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden war.
 

NÖN.at hatte berichtet:


Sende-Vorschau:

Am Schauplatz Gericht – „Ein Dorf im Ausnahmezustand“, Donnerstag, 22. Jänner, 21.05, ORF 2.

So beschrieb ein Gemeinderat die Situation in der Gemeinde Randegg nach einem Bericht in „Am Schauplatz Gericht“ vom 21. November. Viele Randegger beschwerten sich, dass der Ruf ihres Dorfs gelitten hätte. Unschuldige würden in den „Dreck“ gezogen, sogar Morddrohungen gegen Gemeindefunktionäre hätte es danach gegeben.

Die Gemeinde mobilisierte die Bürgerinnen und Bürger. Ein Gemeinderat machte – mit Duldung der Bürgermeisterin – den Vorschlag, eine Unterschriftenaktion gegen diesen Beitrag des ORF zu inszenieren, Landespolitiker mischten sich ein, Rechtsanwälte schrieben empörte Briefe.