Landbauer: "Erziehungscamps für gewalttätige Schüler". FPÖ sieht Problemschüler an der NMS Gaming. Für Direktion sind Anschuldigungen haltlos und unwahr.

Von Claudia Christ und Christian Eplinger. Erstellt am 14. Mai 2019 (00:40)
FP
FP-Landesparteiobmann Udo Landbauer: „Fordere Erziehungscamps für gewalttätige Schüler.“

Ein 13-jähriger Schüler hat in der Neuen Mittelschule in Gaming Mädchen begrapscht und Mitschüler verprügelt – das war am vergangenen Mittwoch in einer Presseaussendung von FP-Landespartei- und Klubobmann Udo Landbauer zu lesen. Landbauer fordere daher Erziehungscamps für gewalttätige Problemschüler, hieß es.

In der Gaminger Schule zeigt man sich aufgrund der öffentlichen Anprangerung mehr als betroffen, handelte es sich laut der Direktion lediglich um eine unglückliche Rauferei zwischen zwei Schülern.

Der Vorfall, der sich bereits im Jänner ereignet hatte, wurde gemeinsam mit Eltern, Schülern und Beratungslehrern aufgearbeitet und im Sinne der Schüler wurde alles getan, um den Konflikt zwischen den beiden Schülern auszuräumen und aufzuarbeiten. „Für uns ist der Vorfall bereits seit Februar abgeschlossen“, betonte Schuldirektor Werner Tippelt. Weitere Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

„Verwerflich ist es, wenn derartige Situationen missbraucht werden, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen.“Johann Heuras

Kopfschütteln beim Direktor auch über die Anschuldigung, der Schüler hätte Mädchen begrapscht. „Das ist völlig haltlos und unwahr“, dementiert Tippelt.

Bildungsdirektion
Bildungsdirektor Johann Heuras: „Verhetzungen dieser Art finde ich verwerflich.“

Völlig unverständlich ist für die Schulleitung und Pflichtschulinspektor Leopold Schauppenlehner die Tatsache, dass der Zwischenfall in der Schule nun für politische Zwecke öffentlich herhalten müsse. Denn auch auf der Facebook-Seite des FPÖ-Landtagsklub NÖ wurde der Vorfall publiziert und der Bildungsdirektor Johann Heuras angegriffen.

Seit dieser Veröffentlichung sind Lehrer, Eltern und vor allem die Schüler wieder in emotionalem Aufruhr. Die Direktion ist nun erneut bemüht, die betroffenen Schüler zu schützen. Eine Beratungslehrerin wurde ebenfalls zurate gezogen.

Bildungsdirektor Johann Heuras betont gegenüber der NÖN in dem besagten Fall: „In dieser Angelegenheit haben wir, gemeinsam mit dem Direktor der Schule, sofort Maßnahmen eingeleitet: Schulaufsicht und Beratungslehrer waren im Einsatz um Schaden von den Schülern abzuwenden. Besonders verwerflich ist es für mich, wenn derartige Situationen missbraucht werden, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen und zu verhetzen.“