Die Oberndorfer Suche nach Bauparzellen. Gemeinderat beschloss neues örtliches Entwicklungskonzept.

Von Gerhard Rötzer und Christian Eplinger. Erstellt am 21. August 2020 (05:54)
VP-Bürgermeister Walter Seiberl mit dem neu ausgearbeiteten örtlichen Entwicklungskonzept. Die rosa gekennzeichneten Flächen auf diesem Planausschnitt sind jene Grundstücke, wo künftig Erweiterungen geplant sind.
Gerhard Rötzer

Wo gibt es in Zukunft in der Marktgemeinde weiteres freies Bauland mit hoher Lebensqualität? Wie und wo kann man sich als lokaler Wirtschaftsstandort weiterentwickeln? Und wie kann man die naturräumliche Ausstattung im Gemeindegebiet sichern sowie weitere Naherholungsräume für die Bevölkerung und räumliche Voraussetzungen für eine leistungsfähige Landwirtschaft schaffen?

Diese Leitziele prägen das neue örtliche Entwicklungskonzept der Marktgemeinde Oberndorf, das der Oberndorfer Gemeinderat am Dienstag der Vorwoche beschlossen hat.

„Dieses Entwicklungskonzept ist die Grundvoraussetzung für künftige Widmungsvorhaben in unserer Gemeinde. Es soll Siedlungs- und Zentrumsstrukturen, Betriebsgebietsbereiche, siedlungsbezogene Grünstrukturen, Naturraum und Landwirschaft sowie den Verkehr unter einem Leitschirm vereinen“, erläuert VP-Bürgermeister Walter Seiberl.

Ein großes Ziel ist, die Baulücken zu schließen

Oberndorf hat sich in den letzten Jahren verstärkt auch als Wohngemeinde etabliert. Von den insgesamt 25 Bauparzellen, die vor vier Jahren hinter dem Unimarkt erschlossen wurden, sind aktuell nur noch zwei Parzellen frei.

„Leider ist es aber schwierig, neue Baugründe aufzuschließen. Die meisten geeigneten Flächen gehören mehreren Grundbesitzern. Deren Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist oft nicht einfach“, weiß Seiberl. Zudem trägt die aktuelle Finanzpolitik auch nicht gerade dazu bei. Denn Baugründe sind derzeit sicherere Wertanlagen als Geld, für das man auf den Banken derzeit nur minimale Zinsen bekommt.

Oberndorf hat aber noch ein zusätzliches „Problem“. Im Ortsgebiet gibt es aktuell über 100 freie Bauparzellen, wo bereits Strom, Wasser, Kanal und auch die Straßen vorhanden wären. Allerdings besteht auf diesen Grundstücken kein Bauzwang, sodass viele Grundstückseigentümer weder verkaufen noch diese Parzellen selbst bebauen wollen.

„Unser Ziel wäre es, genau diese freien Baulücken zu füllen. Wir haben daher bereits im Frühjahr beschlossen, den Grundstücksbesitzern, die ihre Bauparzellen mit Bauzwang verkaufen, 40 Prozent der Aufschließungskosten rückzuerstatten. Leider hat auch diese Aktion noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bislang wurde noch keine einzige dieser Bauparzellen verkauft“, bedauert Bürgermeister Walter Seiberl.