Kultur wird in Reinsberg neu verhandelt

Wegen der Pandemie sind Einsparungen nötig, auch im von der Krise hart getroffenen Kulturbereich. Ein Schritt ist die Kündigung des Vertrags mit den KuraTanten.

Erstellt am 30. Dezember 2020 | 04:33

Kurz vor Weihnachten zeigten sich die Reinsberger Mandatare motiviert. Fast vier Stunden wurde über das Budget, die Subventionen und die Zukunft des Kulturdorfes diskutiert. Ein besonders sensibles Thema betraf Punkt sieben. In der Tagesordnung stand dieser unter „Vertragsänderung Künstlerische Leitung KuraTanten“. Nach langer Diskussion wurde der Punkt umbenannt zur „Vertragskündigung.“

Und so kam es dazu: „Aufgrund der durch Corona stark getrübten Situation im Kulturbereich ist es schwierig, Veranstaltungen abzuhalten und finanziell zu planen. Wir müssen da Einsparungen machen“, erklärte VP-Bürgermeister Franz Faschingleitner zu Beginn. Deshalb bat der Ortschef die „KuraTanten“ Katrin Karall-Semler und Katharina Hohenberger, die seit einem Jahr für das Kulturmanagement im Kulturdorf zuständig sind, von ihrem Honorar von 60.000 Euro jährlich abzurücken. Die Kompromisslösung: Statt 5.000 Euro monatlich akzeptieren die KuraTanten für das Jahr 2021 4.500 Euro im Monat. Und darauf sollte der Vertrag nun geändert werden. „Mit der Begründung, dass wegen der Covid-Situation Kostenreduzierungen erforderlich sind“, ergänzte Faschingleitner.

Vor der Abstimmung bat SPÖ-Obmann Rudolf Winter um eine Sitzungsunterbrechung, da er den Vertrag bis dato nicht gesehen hatte und mit seinen Parteikollegen besprechen wollte. Nach fünf Minuten ging es wieder weiter. „Grundsätzlich finden wir die Kostenreduzierung nicht schlecht. Wir wollten einfach den Vertrag sehen“, sagte Winter.

„Verhandlungsbasis wird jetzt nicht gut sein“

Dann kamen eigentlich alle zu Wort und die Diskussion war eröffnet. VP-Mandatar Reinhard Nosofsky meinte, dass das eigentlich nicht die erhoffte Reduzierung der Kosten war. Und Engelbert Teufel wünschte sich gleich die Kündigung der „KuraTanten“ mit Jänner und eine Neuverhandlung des Vertrages. „Da sind wir auch dafür“, sprach Winter für die SPÖ-Fraktion.

Der Ortschef reagierte auf die Wortmeldungen, indem er den Tagesordnungspunkt abänderte: „Dann lassen wir gleich über die Vertragsauflösung mit Neuverhandlung abstimmen.“ Dabei gehe es nicht darum, die Zusammenarbeit mit den „KuraTanten“ zu beenden, sondern neu zu verhandeln. „Die Verhandlungsbasis wird halt jetzt keine allzu Gute sein, wenn wir das jetzt machen“, betonte Faschingleitner. Beide Punkte kamen zur Abstimmung, beide waren einstimmig. Für das Jahr 2021 wird der Vertrag geändert, die Vertragskündigung ab dem Jahr 2022 wird fristgerecht ausgesprochen. Dann soll neu verhandelt werden.