Musiker erbauten Vereinshaus mit eigener Kraft. Mehr als 100 Reinsberger arbeiten seit knapp zwei Jahren freiwillig für ihr „Musium“ – für manche nicht das erste große Projekt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 10. Dezember 2019 (04:41)
Der ehemalige Kapellmeister August Prüller beim Feinschliff im neuen Probelokal.
Faltner

Dass viel Ehrenamt hinter dem Bau des neuen Veranstaltungszentrums „Musium“ steckt, ist klar. Dass einige der vielen freiwilligen Helfer das Ganze eigentlich schon zum zweiten Mal machen, ist eine Besonderheit. Einer von ihnen ist der ehemalige Kapellmeister August Prüller. Schon vor 40 Jahren war er als Gründungsmitglied des Musikvereins hautnah dabei. Nun hämmert und schraubt er bereits am zweiten Heim für seinen Verein.

„Die Belohnung für die Arbeit ist die Freude, die man allen ansieht, die hier mitgearbeitet haben.“August Prüller, ehrenamtlicher Helfer und Musiker

„Mir ist es einfach ein Anliegen, mich positiv einzubringen. Nur mit so einer Einstellung geht auch was weiter“, sagt er beim Rundgang durch das „Musium“. So war es auch 1969. Nur dauerte es da vom Beschluss bis zur Eröffnung des Musikheims sieben Jahre, wobei schon ab 1972 geprobt wurde. „Wir haben alles in Eigenregie gemacht. Das Haus war Substandart, aber für uns war es toll. Immerhin hatten wir eines der ersten Musikheime in ganz Niederösterreich“, erinnert sich Prüller stolz.

Um das zu finanzieren, begann der Verein Veranstaltungen wie den Musikheurigen und den Flohmarkt zu organisieren. „Wir hatten viele Schulden, die wir durch die tolle Freiwilligenarbeit bewältigt haben.“ Dann stiegen Qualitätskriterien und auch die Anzahl der Musiker. Und eine neue Lösung musste her.

„Das, was wir jetzt bekommen, hätten wir uns niemals erträumt. Wir sind sehr dankbar darüber. Die Belohnung für die Arbeit ist die Freude, die man allen ansieht, die hier mitgearbeitet haben und jetzt im neuen Haus musizieren“, ist der Pensionist zufrieden. Für ihn ist es ein Jahrhundertprojekt mit Weitblick. Und um das umzusetzen, war eben die Motivation der Freiwilligen Voraussetzung.

Übrigens: Mittlerweile wurden 5.100 freiwillige Stunden von 161 Helfern geleistet. Neben Prüller sind regelmäßig rund 40 (handwerklich geschickte) Reinsberger im Einsatz. Groß ist aber nicht nur das Engagement, sondern auch die Bescheidenheit. Denn beim Rundgang mit der NÖN wollte sich keiner der anwesenden Freiwilligen fotografieren lassen.