Bezirk Scheibbs: Einsatzzahlen steigen, Corona „gut im Griff“

Erstellt am 03. Februar 2022 | 06:59
Lesezeit: 3 Min
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Das Rotkreuz-Führungsteam des Bezirkes mit dem neuen Scheibbser Großraum-Rettungstransportwagen, von links: Lukas Janker (Assistent der Geschäftsleitung), Bezirksstellenkommandant Franz Aspalter, Bezirksstellengeschäftsführer Reinhard Punz und Bezirksstellenleiterin Christine Dünwald-Specht.
Foto: Rotes Kreuz/Lukas Hürner
900 Notarzteinsätze und 26.200 Rettungs- und Sanitätseinsätze verzeichnete das Scheibbser Rote Kreuz 2021. Vor allem die Krankentransporte nehmen überproportional zu.
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Rund 350 aktive Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter halten im Bezirk den Rotkreuz-Betrieb mit den vier Dienststellen Scheibbs, Gaming, Steinakirchen und Wieselburg aufrecht. 1,36 Millionen Kilometer haben diese bei den rund 900 Notarzt- sowie 26.200 Rettungs- und Sanitätseinsätzen im Jahr 2021 zurückgelegt. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr davor.

„Ohne unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten wir dies nie schaffen“, weiß Bezirksstellenleiterin Christine Dünwald-Specht. Die hauptberuflichen Mitarbeiter, die Zivildiener sowie die Mitarbeiter des Freiwilligen Sozialjahres decken wochentags alle Einsatzmittel von 6 bis 18 Uhr ab. In der Nacht und am Wochenende sowie an Feiertagen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter am Zug. „Wobei hier die Corona-Pandemie leider nicht ganz spurlos an uns vorübergegangen ist“, weiß Dünwald-Specht.

Dennoch werden die Bereiche, die es mit hauptberuflichen Mitarbeitern abzudecken gilt, immer mehr. Das bringen gestiegene Anforderungen (zum Beispiel Dialysefahrten auch nachts) oder auch neue Einsatzmittel wie die Großraum-Rettungstransportwägen (RTW-C) mit sich. In diesem Zweierteam muss zumindest immer ein Notfallsanitäter mit dabei sein. Aber die wachsen nicht auf den Bäumen. „Es gibt keinen Markt für Notfallsanitäter. Wir müssen uns diese alle selbst ausbilden – egal, ob hauptberuflich oder ehrenamtlich. Zum Glück ist das Engagement und der Ehrgeiz unserer Mitarbeiter groß, sodass wir bis 2023 alle unsere Stützpunkte mit einem Großraumtransportwagen ausstatten und deren Einsatzbereitschaft auch garantieren können“, erläutert RK-Bezirksstellen-Geschäftsführer Reinhard Punz.

In Scheibbs und Gaming ist das neue Einsatzmittel bereits in Betrieb, im Oktober erhält Steinakirchen einen neuen RTW-C, 2023 dann Wieselburg. „Wir schaffen das in zwei Jahren, wofür wir vom Land eigentlich bis 2030 Zeit hätten“, schildert Punz.

Einen erheblichen Mehraufwand für das Rote Kreuz bedeutet auch die steigende Anzahl an Sanitätseinsätzen (Krankentransporte). Für viele Patienten wird es immer mehr zur Selbstverständlichkeit, dass diese Transporte das Rote Kreuz übernimmt – auch „normale“ Autotransporte. „Früher haben diese Fahrten vor allem Familienmitglieder übernommen. Heute ist es gang und gäbe, dass das Rote Kreuz angefordert wird“, sagt Reinhard Punz und weiß, dass dies gerade in einem Bezirk wie dem Scheibbser auch ins Geld geht. Insofern sei es für das Rote Kreuz im Bezirk Scheibbs sicher ein Glücksfall, dass die Finanzierung des Rettungsdienstes seit dem Vorjahr über das Land erfolgt und nicht mehr über die Gemeinden. „Wir wären mittlerweile bei einem Rettungsdienstbeitrag von 19 Euro pro Einwohner. Da hätten die Gemeinden sicher nicht mehr mitgespielt“, weiß Dünwald und sieht bei aller Umstellungsproblematik, dass „diese große Reorganisation durchaus sehr rund gelaufen ist.“

Rund läuft es beim Roten Kreuz auch, was das Corona-Management für die Mitarbeiter selbst betrifft. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen im Dienst sind hoch. Schutzausrüstung, konsequentes Maskentragen und Desinfektion sorgten bislang dafür, dass es im Rotkreuz-Dienst erst einen Infektionsfall in den zwei Jahren gegeben hat. Auch gab es trotz Delta- oder Omikron-Welle noch nie einen Engpass, sodass diverse Einsatzmittel nicht besetzt werden konnten. „Wir testen auch alle Mitarbeiter immer zu Dienstbeginn und konnten so in den letzten Wochen zwei positive Mitarbeiter ohne Symptome rechtzeitig herausfiltern“, schildert Reinhard Punz.

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