Nach Brand: Stillstand zum ungünstigsten Zeitpunkt. Der Brand im Sägewerk Mosser in Zarnsdorf am Donnerstagabend hat die Mosser Holzindustrie GmbH gleich doppelt getroffen. Denn zum Sachschaden kommt jetzt auch der Betriebsausfall. Wie lange dieser dauert, ist noch ungewiss. Allerdings kommt er zum ungünstigsten Zeitpunkt, denn die Auftragsbücher sind voll. "Wir wären auf der Maschine aktuell zu 100 Prozent ausgelastet", weiß Mosser-Geschäftsführer Reinhard Mosser.

Von Christian Eplinger. Update am 18. November 2020 (10:14)

Donnerstagabend, 21 Uhr. Das Sägewerk der Mosser Holzindustrie in Zarnsdorf läuft  im Dreischicht-Betrieb auch Hochtouren. Plötzlich entdecken die Mitarbeiter in der ersten Gruppe der Sägelinie ein Feuer. "Das war plötzlich da. Bis jetzt ist unklar, wie es zu diesem Brand gekommen ist", erklärt Reinhard Mosser der NÖN 24 Stunden später.

Die Mitarbeiter reagierten prompt, schalteten die Maschine aus und versuchten das Feuer zu löschen. Auch die FF Zarnsdorf war rasch vor Ort und alarmierte nach dem Auskundschaften der Lage sofort die Bezirksalarmzentrale, die den Alarm auf die höchste Stufe 4 erhöhte. Daraufhin heulten auch bei den Wehren Steinakirchen, Wang, Randegg, Phyrafeld, Perwarth, Wieselburg, Purgstall, Feichsen, Scheibbs, Petzenkirchen und Neumarkt die Sirenen.

Nach Eintreffen der weiteren Wehren am Einsatzort wurde über den angrenzenden Löschteich sofort mittels zahlreicher Pumpen die Wasserversorgung zur Brandbekämpfung sichergestellt. Bei dem Brand waren insgesamt über 200 Kameraden mit 34 Fahrzeugen von zwölf Feuerwehren der Bezirke Scheibbs und Melk sowie das Rote Kreuz und die Polizei im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

"Dank dem raschen Eingreifen der FF Zarnsdorf und der guten Zusammenarbeit aller Wehren konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Halle selbst wurde praktisch nicht beschädigt. Nur die Maschine war vom Feuer betroffen", erklärt Reinhard Mosser.

Wie lange Stillstand dauert, ist noch unklar

Wie hoch der Schaden bei der Maschine ist, konnte am Freitagabend aber noch nicht gesagt werden. "Es waren zwar heute schon Monteure des Maschinenherstellers da, aber die Brandsachermittler und die Versicherungsgutachter konnten ihre Arbeiten noch nicht abschließen, sodass wir die Maschine noch nicht zerlegen konnten. Daher könne wir das Ausmaß des Schadens noch nicht wirklich abschätzen. Das wird erst im Laufe der nächsten Wochen möglich sein", sagt Mosser und hofft, dass der Schaden mit einer Reparatur zu bewerkstelligen ist. Denn wenn die ganze Maschine ausgetauscht werden müsste, dann bedeutet das einen längeren Stillstand. 

"Wir sind derzeit voll ausgelastet, fahren drei Schichten. Unser Auftragsstand geht bis ins nächste Jahr. Jetzt steht unsere Sägelinie, mit wir rund 90 Prozent der Kapazität schneiden. Das ist natürlich bitter", erklärt Mosser und hofft daher, so rasch als möglich die Maschine wieder zum Laufen zu bringen. "Ein paar Wochen können wir die Aufträge mit Partnern abarbeiten, aber zu lange darf es einfach nicht dauern, dann wird es problematisch", weiß Mosser.