Gratis-Bier kam Burschen-Trio am Ende teuer. Drei junge Männer plünderten Selbstbedienungsstand in Oberndorf (Bezirk Scheibbs) und standen wegen Diebstahls vor dem Richter.

Von Karin Katona. Erstellt am 26. Februar 2021 (04:06)
Symbolbild
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Durst und Lust auf Bier hatten drei Freunde aus Oberndorf und St. Georgen an der Leys an einem Oktoberabend im vergangenen Jahr. Weil die Geschäfte schon geschlossen hatten, suchten die drei zwischen 19 und 22 Jahre alten Burschen einen Selbstbedienungsstand in Oberndorf auf.

Das nötige Kleingeld hatten die drei nicht dabei, ließen aber dennoch sechs Dosen Bier mitgehen. Pech, dass sie dabei von der Besitzerin des Stands beobachtet wurden – und deswegen und noch wegen einiger anderer Delikte als Angeklagte vor dem Bezirksgericht landeten.

Ladenbesitzerin beobachtete Auto vom Fenster aus

Dort rollte Bezirksrichter Oliver Baumschlager zunächst den Ablauf des Abends auf, wobei ihm der Erstangeklagte hilft: Er sei mit dem Auto seiner Mutter nach Oberndorf gefahren, habe vor dem Selbstbedienungsstand angehalten und sei im Auto sitzen geblieben. Sein hinter ihm sitzender Freund habe dem Zweitangeklagten sein Geldbörsel gegeben, der sei in die Verkaufshütte gegangen und mit sechs Dosen Bier herausgekommen.

„Er hat das Geldbörsel wieder zurückgegeben und wir haben uns das Bier aufgeteilt. Wie viel und ob er drinnen gezahlt hat, weiß ich nicht. Über Geld haben wir nicht geredet“, sagt der Erstangeklagte. „Ich habe mir deswegen keine Gedanken gemacht.“ Vier oder fünf Euro will der Zweitangeklagte im Börsel seines Freundes gefunden und in die Kassa des Selbstbedienungsladens geworfen haben: „Mehr war nicht drin.“

Die Ladenbesitzerin beobachtete das Auto vom Küchenfenster aus: „Mir ist das komisch vorgekommen, so mitten in der Nacht. Ich bin in die Hütte gegangen und habe gesehen, dass insgesamt 15 Dosen Bier und zwei Flaschen Wein gefehlt haben. In der Kassa war kein Geld.“ Was die drei Angeklagten leugnen: „Es waren sechs Dosen Bier. Wein haben wir gar nicht genommen.“

„Ich habe ihm meine Börse gegeben. Über Geld haben wir nicht geredet.“ Der Erstangeklagte schildert den Tathergang

Nach und nach kommen auch noch andere Delikte des Trios zur Sprache. So hatte der junge Bier-Käufer vier Tage nach dem ersten Diebstahl neuerlich den Weg zur Selbstbedienungshütte angetreten, diesmal mit dem Fahrrad, und neuerlich Bier geholt – wieder ohne Bezahlung. Aufgrund mehrerer Vorstrafen hängt über ihm, dem jüngsten des Trios, das Damoklesschwert einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten.

Auch der Erstangeklagte hat bereits Vorstrafen wegen kleinerer Delikte anhängig. Ihm wird noch ein weiteres Vergehen angelastet. Er soll im September 2020 seinen Hund – einen jungen American Staffordshire – im Garten laufen haben lassen. Der Hund, so zitierte der Richter die Anklage, sei über den Zaun gesprungen und auf der Straße mit dem Moped einer jungen Frau kollidiert. Diese sei mit ihrem Fahrzeug zu Sturz gekommen und habe sich Verletzungen an der Hand zugezogen. Dadurch ist der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt.

Zu dem, was ihnen zur Last gelegt wird, zeigen sich alle drei Angeklagten geständig und einsichtig. „Es ist ein Blödsinn gewesen. Wir bereuen unseren Fehler. Es wird nicht mehr vorkommen“, erklären die drei einstimmig.

Vor Bestrafung schützt sie das nicht: Der Erstangeklagte erhält eine Geldstrafe von insgesamt 1.100 Euro, der Drittangeklagte wird zu einer Geldstrafe von 960 Euro verurteilt. Der erst 19-jährige Zweitangeklagte entgeht der drohenden Haftstrafe: Der Richter entscheidet gegen den Widerruf der bedingten Strafnachsicht und verlängert lediglich die Probezeit um weitere zwei Jahre und empfiehlt: „Machen Sie Ihre Therapie weiter, bemühen Sie sich im Job. Und sorgen Sie dafür, dass so etwas nicht mehr vorkommt.“