Abschiedsmesse für Pfarrer Hasengst. So voll wie am vergangenen Sonntag hätte sich Pfarrer Dechant Karl Hasengst seine Stadtpfarrkirche in Scheibbs wohl immer an einem Sonntag gewünscht – wie er in seinen durchaus auch etwas kritischen Worten anmerkte.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. August 2019 (09:00)
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Aber dieses Mal war der Anlass ja auch ein ganz besonderer. Es war der Abschiedsgottesdienst von Karl Hasengst, der mit 1. September in Pension geht und die Schlüssel für die Kirchentüre nächsten Sonntag offiziell an seinen Nachfolger Anton Hofmarcher übergeben wird.

Bei diesem Abschiedsgottesdienst war die Zeit also gekommen, um Danke zu sagen. Danke für 24 Jahre, in denen der 70-jährige, gebürtige Wachauer, der 1973 zum Priester geweiht wurde, nun schon in Scheibbs wirkt.

Hasengst wird als Baumeister in die Annalen der Scheibbser Pfarre eingehen. Unter seiner Führung wurden Stadtpfarrkirche (innen und außen) und die Klosterkirche samt Benefizium renoviert. Er verstand es, zu motivieren. Karl Hasengst wird den Scheibbsern aber auch aufgrund seiner menschlichen und offenen Art in Erinnerung bleiben. „Du warst unser Seelsorger in vielen Lebenslagen“, betonte Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht, die gemeinsam mit ihrem Pfarrer mit Ende dieser Woche in Pension geht. Als „weltoffenen und mit beiden Beinen am Boden stehenden Priester, der den christlichen Glauben lebt und weiterträgt“, bezeichnete Bezirkshauptmann Johann Seper Karl Hasengst. Als „einen, der die gesamte Pfarrgemeinde in ein Boot geholt hat“, charakterisierte Pfarrgemeinderatsobfrau Marianne Schragl ihren „Chef“.

Und wie sah sich dieser selbst? „Ein Priester soll Orientierung geben, Vertrauen schaffen und Gemeinschaft unterstützen. Ich kann in tiefer Dankbarkeit auf diese 24 Jahre in Scheibbs zurückblicken“, sagte Hasengst und betonte, dass er seinem Nachfolger zwar weiterhin helfen werde, aber sicher kein „Reserve-Pfarrer“ sein werde. „Ich freue mich, wenn gute Traditionen beibehalten werden. Aber noch mehr, wenn neue Wege eingeschlagen werden. Scheibbs soll eine lebendige Pfarre bleiben“, wünscht sich Hasengst, der vorerst noch als Dechant im Dekanat Scheibbs weiterwirken wird.

Zu danken galt es an diesem Sonntag aber nicht nur Karl Hasengst, sondern auch Mesner Josef Nestelberger für seien 15-jährige Tätigkeit. Er erhielt dafür die Medaille in Gold der Stadtgemeinde. Seine Frau Hermine, die sich um den Blumenschmuck gekümmert hatte, erhielt so wie Pfarrhaushälterin Marianne Alt einen Blumenstrauß. Blumen gab es auch für Waltraud Fahrnberger, die 16 Jahre lang unter Hasengst das Pfarrsekretariat leitete. An Nestelbergers Stelle treten künftig Johanna Kogler, Leopold Kreutner und Alois Eßletzbichler. Ein Team um Maria Riegler übernimmt den Blumenschmuck in der Kirche.

Nach dem offiziellen Teil in der Kirche lud der Pfarrgemeinderat zur Agape auf den Kirchenplatz, wo sich neben der Stadtkapelle Scheibbs, auch der Scheibbser Dreier sowie die Scheibbser Feuerwehren und viele Privatpersonen von Pfarrer Karl Hasengst persönlich verabschiedeten.